Hebammenausbildung mit eigenen Kindern?

  • Hallo liebe Hebammen, :)


    ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, (irgendwann später mal #augen ) eine Ausbildung zur Hebamme zu machen. Jetzt frage ich mich natürlich, wie machbar ist das mit eigenen (kleinen) Kindern? Habt ihr da Erfahrungswerte/Tips/Sonstiges?


    LG

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • Hallo,


    im Grundsatz geht´s mit Kindern, aber es wird die schwerste Zeit werden...
    Du mußt zu allen Tages- und Nachtzeiten arbeiten, auch mit kurzem Wechsel, d.h. abends bis in die Nacht und am nächsten Morgen wieder ganz früh auf der Matte stehen.
    Du mußt Weihnachten und Ostern und am Geburtstag Deiner Kinder arbeiten.
    Du mußt arbeiten, wenn Deine Kinder krank sind.


    Du merkst schon: Du brauchst ein Superumfeld. Netzt mit dreifachem Boden.
    Dein Partner muß Dich total unterstützen und nicht plötzlich auf die Idee kommen, wegen der Karriere umziehen zu wollen etc.
    "Nebenbei" mußt Du sehr viel büffeln.


    Für mich war die Hebammenausbildung meine "Bundeswehrzeit".


    Du willst es immer noch? Dann tu´s - es ist der schönste Beruf (sag ich nach 25 freiberuflichen Jahren), den es gibt und Du wirst eine Superhebamme werden!



    Herzlich
    Frauke

  • Hallo Sara,


    ich habe ja auch immer geträumt Hebammen zu werden, aber wegen den von Frauke genannten Gründen, hab ich mir jetzt eine Alternative überlegt, und die heißt: Sozialpädagogikstudium
    Ich möchte in Richtung Familienhilfe und/ oder Frühförderung gehen und denke, trotzdem glücklich zu werden. Dort bin ich nahe an jungen Familien, kann evt. Still-und Trageberatend tätig werden und junge Familien unterstützen - vielleicht wäre das noch ne Überlegung für dich.


    Liebe Grüße Nicoll

    Liebe Grüße


    #sonne dieLoll #sonne


    mit den funkelnden Sonnenstrahlen #male B. (*09/2004) und #female J. (*10/2002)


  • Hallo!


    ich denke, am besten testen kannst du das für dich, wenn du ein langes Kreißsaalpraktikum machst.


    Ich habe danach für mich beschlossen, dass ich es nicht machen werde, andere haben sich dafür entschieden.
    Ich war für drei Monate im Praktikum, damals noch mit zwei Kindern. Es war für mich super schwierig alle Zeiten zu organisieren und wenn ich aus dem Nachtdienst kam, dann musste ich quasi fit sein für die Kinder oder hatte nur wenig Zeit, um zu schlafen und dann startete das normale ?Programm?.
    Für unsere Situation (ohne betreuende Familienangehörige in erreichbarer Nähe und Mann, der auch unregelmäßige Arbeitszeiten hat), war es einen Tacken zu heftig.
    Ich hab mich dafür entschlossen, dass wir lieber noch ein Kind bekommen - Luna :D
    Ich kenne aber durchaus Frauen, die es mit mehreren Kindern gemacht haben. Aber du musst dich auf eine stressige Zeit einstellen. Und wichtig ist vorher zu sehen, wie das mit der Kinderbetreung laufen kann?


    Das Praktikum hat noch einen weiteren positiven Effekt: du erlebst den Alltag mal hautnah (abgesehne davon, dass du viel bessere Chancen hast bei einer Bewerbung) und kannst danach besser einschätzen, was das Hebammensein so wirklich bedeutet. Mein Traum war immer die Freiberuflichkeit und die Hausgeburtshilfe, aber davor steht ja die Ausbildung und das Sammeln von Erfahrung im Krankenhaus und das ist manchmal anders als man es sich so vorstellt.
    Aber es hat sich gelohnt: ich hab natürlich auch viel Praktikantinnentätigkeit gemacht wie Regale und Medikamente auffüllen und Betten beziehen und Wanne putzen, aber eben auch viel gelernt, viel gesehen und einen Einblick in ein wirklich tolles Arbeitsfeld bekommen.
    Lohnt sich also in jedem Fall #cool :)


    @ Nicoll, ich bin im Ursprungsberuf Sozialpädagogin und mache genau das, was du beschreibst: ich arbeite mit jungen Familien, vorwiegend im ersten Lebensjahr, und mache auch Trageberatung. Das ist auch wunderschön. Aber manchmal träum ich trotzdem noch vom Hebammendasein ;)

    Liebe Grüße von
    Katrin #schreiben mit kleiner Tochter L. #sonne, großem Sohn P. #tel und dem Sandwichkind T. #freu

  • Hallo frotteemonster,


    es ist ja doch irgendwie ein geplatzter Traum, dem man halt hinterher trauert.
    Ich habe mein Vorpraktikum in der stationären Jugendhilfe gemacht und habe einen ganz neuen, wirklich wunderbaren Einblick in die Arbeit bekommnen - es macht Spaß aber es ist nicht das was ich "für immer" machen möchte.
    Ich habe während meiner Elternzeit im Geburtshaus Still-und Trageberatung gemacht, und jetzt wieder gemerkt, das der Weg den ich gehe und das wo ich hin möchte wirklich "meins" ist, obwohl es keine Hebammenausbildung ist.
    Ein Ziel oder eine Richtung vor Augen ist doch nicht schlecht, manchmal kommt man dann aber über einen anderen Weg in die gleiche Richtung oder ganz nah ans Ziel heran.


    LG

    Liebe Grüße


    #sonne dieLoll #sonne


    mit den funkelnden Sonnenstrahlen #male B. (*09/2004) und #female J. (*10/2002)


  • Mein Traum ist es auch, Hebamme zu werden.


    Ich hab schon einige Praktika gemacht, im Moment bin ich für ein Jahr bei einer freiberuflichen Hebamme.


    Ich überlege auch schon hin und her, wie das mit der Ausbildung wird, wie man organisiert usw. Aber ich denke, im Endeffekt lässt sich _immer_ eine Lösung finden, wenn man das wirklich will. Die Frage ist, ob man es _wirklich_ will. Wenn dein Herzblut daran hängt und du glaubst, dass du nichts anderes im Leben tun willst als Hebamme sein, dann kann das sicher dein Weg sein. Ansonsten wähle lieber einen anderen Weg, denn mindestens die 3 Jahre der Ausbildung sind ziemlich steinig und gekennzeichnet von einigen Entbehrungen und zwar aller Familienmitglieder. Das lässt sich, finde ich, nur rechtfertigen in diesem Umfang, wenn wirklich dein Herz daran hängt.

  • Liebe Gersemi und auch alle anderen..
    als ich die Hebammenausbildung gemacht habe, war ich bereits Mutter eines damals noch recht kleinen Sohnes. Und in meinem Kurs gab es noch weitere vier Mütter, mit größeren, aber auch kleineren Kindern.


    ES IST MACHBAR, aber ehrlicherweise muß ich sagen, es gibt viele Momente, wo man daran zweifelt. Denn im Grunde macht man drei Jahre lang fast alles mit schlechtem Gewissen: Arbeitet oder lernt man, dann hat man ein schlechtes Gewissen der Familie gegenüber und wenn man sich tatsächlich mal einen freien Tag nur für die Familie gönnt, dann geistert wieder im Kopf herum, ob man denn auch genug gelernt hat.. ( Gerade vor den diversen Klausuren und Prüfungen ) 8I


    Heute bin ich glücklich und stolz, es geschafft zu haben, aber es gab auch Phasen, wo unser Sohn nachts stündlich wach wurde und "schauen wollte, ob ich noch da bin". Das sind dann schon Momente, wo man zweifelt. Oder wenn das Kind sich zu Weihnachten wünscht, daß "Mama, Papa und Kind mal wieder ZUSAMMEN was machen".. ( wenn ich darüber nachdenke, schlucke ich heute noch.. ) ;(


    Doch heute will mein Sohn auch Hebamme werden - grins - und klärt schon jetzt alle Kiddies in KiGa und Schule darüber auf, wie's "richtig geht".. lach.. :D


    Wenn es Dein großer Wunsch ist, dann kannst und solltest Du ihn auch realisieren, aber stell Dich auf eine harte Zeit ein. Es ist für die Familie und Partnerschaft auf jeden Fall eine "Probezeit"..


    Alles Liebe, Julia

    Die Art und Weise wie wir unsere Kinder auf dieser Welt begrüßen, zeigt, welche Hoffnungen und Wünsche wir für sie haben.