kindesmißhandlung

  • Zitat

    Original von merinIn dem Fuß-Wegstoß-Beispiel von Öko-Tante finde ich das nicht so klar, aus der Ferne...


    Anstatt mit anderen Leuten in meiner Gegenwart mein Verhalten zu besprechen, könntest du mich ja auch einfach direkt fragen.

    Bentoshop: ins Bemerkungsfeld "Rabeneltern" schreiben, dann wirds mit viel Liebe (und Keksen) gepackt.

  • Zitat

    Original von Öko-Tante

    Zitat

    Original von Julii
    Trotzdem war der allgemeine Grundton dieses Threads (du eingeschlossen), dass das Anbrüllen, Anschnauzen, Schlagen etc. halt mal passieren kann und nur zu menschlich ist. Ist es ja auch, aber es ist trotzdem schlimm!


    Was aber eben bei solchen Eingangspostings nervt, ist dass man als Mutter, die auch schonmal in Extremsituationen steckte, in denen sie ihre Kinder am liebsten gewürgt hätten (ich denke da an mein Beispiel mit zwei schreinden Kindern auf der Fussgängerzone, die nicht weiter wollen oder türmen, den umkippenden Buggy und den auslaufenden tonnenschweren Tüten) den gleichen voyeuristischen Blick auf den Rücken inklusiver missbilligender naseweiser Heringsbemerkung spürt, die die Idioten auf der Fussgängerzone so auf Lager haben. Und zwar ANSTATT einem zu helfen, das türmende Kind einzufangen oder den Buggy aufzuheben oder ein Taschentuch zu reichen. Nein, da wird geglotzt und blöde Sprüche abgelassen, dass man eben keine Kinder bekommen darf, wenn man nicht sicher ist, dass laberlaber....und dann gutgelaunt weitergelatscht, vermutlich in dem Glauben, dass man der schweissgebadeten Mutter jetzt aber echt mal weitergeholfen hat. Ich meine, was genau hat die Strangeröffnerin eigentlich getan ausser zuzugucken und hier zu meckern? Muss ich gleich mal nachgucken.


    ehrlich gesagt, hatte ich das Ausgangsposting schon wieder vergessen, passiert mir öfter bei mehreren Seiten #schäm.


    Nein, ich finde die Situation ist auch weder zu durchschauen noch wirklich in irgendeine Richtung zu klassifizieren.



    Julii

    lavatrice


    *früher der Monat zwischen Juni und August + i*

  • Zitat

    Original von Naehhexe
    Und ich kann Erwachsene nicht verstehen, die sich im ruhigsten Tonfall verbal verletzen.
    So unterschiedlich sind Menschen!


    Nur fuer mein Verstaendnis, wenn du also deinen Mann oder deine Kinder anschreist, dann bist du dabei hoeflich und respektvoll?


    Oekotante, ich erinnere mich, dass du das Beispiel schon einmal erwaehntest, ich weiss keine Details mehr, und mir ist es auch nicht so wichtig, bin nur deshalb nicht weiter drauf eingegangen, weil ich es fuer die Details nicht fuer notwendig fuer den Diskussionsverlauf hielt.

    Birth is not only about making babies. Birth is about making mothers - strong, competent, capable mothers who trust themselves and know their inner strength.

    Einmal editiert, zuletzt von GlockenBaum ()

  • @merin:



    ...ich stell mir gerade da die frage, auch wenn sie ot ist, wenn ich menschen zu denen ich auch mütter zähle unmutsäußerungen abgewöhne, weil sie ja gewaltig sein können, öffne ich da nicht tore für missbrauch jedweder art und weise...wie bringe ich kinder das sagen können eines klaren "neins" bei, wenn ich das nicht auch selbst tue...



    das war meine frage, auf die du in meinen augen nicht eingegangen bist, oder ich habe es nicht richtig verstanden...
    ich denke übrigens wir sind nicht weit auseinander in unserer ansichten, fromulieren diese nur sehr unterschiedlich und das widerrum leigt wohl auch mit am alter unserer kinder...


    lg doris

  • @ Ökotante: Mensch das mit den @ ist auch manchmal tricky. Natürlich geh ich davon aus,d ass Du mitliest und spreche Dich auch an. Sonst würd ich die Dinge doch in eine Pn tun...


    @ Dobe. Mhm ja darauf hatte ich gedacht geantwortet zu haben. :D


    Für mich besteht die Gewalt auch im Abgewöhnen von Unmutsäußerungen. Das heißt, dass es für mich auch darum geht alle Gefühle bei mir und bei meinen Kindern zuzulassen, aber zu schauen, wie ich sie angemessen ausdrücken kann. Dabei gehe ich aber davon aus, dass ich von Kidnern altersabhängig andere Kompetenzen erwarten sollte als von mir. Das Schlimme bei z.B. Schlägen ist ja nicht nur die Gewalt der Schläge, sondern dass die Kinder sich darüber nicht beschweren dürfen bzw. lernen zu denken, sie hätten die Schläge verdient, es tue ja nicht weh usw. Sie müssen das, weil sie ihre Eltern weiter lieben wollen.
    Nun verstehe ich Deinen Post auch so, dass Du mich fragst ab wann Unmutsäußerungen gewaltvoll sind. Und wann ich solche Gewalt akzeptabel finde. Ich hab da keine pauschale Antwort drauf. Ich glaube für mich fällt das in das schwierige Feld der notwendigen Gewalt. Und was da notwendig ist hängt ja auch von den persönlichen Grenzen der Beteiligten ab. Ist das so verständlicher?


    @ daikiri: ich find es krass wie Du offenbar darüber bestimmst, was schmerzhaft sein darf und was nicht. Stell Dir vor, Dein Mann kommt nach dem 3. Stück Schokolade zu Dir, nimmt Dir die Tafel weg, und sagt "Jetzt reicht es aber!" Und wenn Du ihm sagst, Du hättest aber noch Appetit dann sagt er "Mecker nicht rum!" Würde es Dich verletzen? (Stell Dir statt Schokolade etwas anderes vor auf das Du ab und an Heißhunger hast, falls das nicht passt.) Und nein, ich meine nicht, Du musst Deinem Kind alle Wünsche erfüllen. Ich bin nur erstaunt über diesen Mangel an Einfühlung...

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    Einmal editiert, zuletzt von merin ()

  • Zitat

    Original von Öko-Tante

    Zitat

    Original von Julii
    Trotzdem war der allgemeine Grundton dieses Threads (du eingeschlossen), dass das Anbrüllen, Anschnauzen, Schlagen etc. halt mal passieren kann und nur zu menschlich ist. Ist es ja auch, aber es ist trotzdem schlimm!


    Was aber eben bei solchen Eingangspostings nervt, ist dass man als Mutter, die auch schonmal in Extremsituationen steckte, in denen sie ihre Kinder am liebsten gewürgt hätten (ich denke da an mein Beispiel mit zwei schreinden Kindern auf der Fussgängerzone, die nicht weiter wollen oder türmen, den umkippenden Buggy und den auslaufenden tonnenschweren Tüten) den gleichen voyeuristischen Blick auf den Rücken inklusiver missbilligender naseweiser Heringsbemerkung spürt, die die Idioten auf der Fussgängerzone so auf Lager haben. Und zwar ANSTATT einem zu helfen, das türmende Kind einzufangen oder den Buggy aufzuheben oder ein Taschentuch zu reichen. Nein, da wird geglotzt und blöde Sprüche abgelassen, dass man eben keine Kinder bekommen darf, wenn man nicht sicher ist, dass laberlaber....und dann gutgelaunt weitergelatscht, vermutlich in dem Glauben, dass man der schweissgebadeten Mutter jetzt aber echt mal weitergeholfen hat. Ich meine, was genau hat die Strangeröffnerin eigentlich getan ausser zuzugucken und hier zu meckern? Muss ich gleich mal nachgucken.

  • Ich bin ein Mensch der sich authentisch unter Kontrolle hat.
    Ich schreie auch schonmal. Ungefähr einmal täglich.
    Z.B. wenn mein 11 jähriger mir zum 5. erklärt das jeder außer ihm 20 Euro Taschengeld die Woche und eine Handyflatrate hat und er ein wahnsinnig armes Kind ist.
    Natürlich verbiete ich ihm sein jammern nicht. Ich diskutiere das ganze mit ihm aus, erkläre das ich schon 50 Stunden die Woche arbeite und Geld/Konsummittel nicht auf Bäumen wachsen. Nach einer halben Stunde etwa in sein Zimmer, damit er die Wand anjammern kann über die Ungerechtigkeit des Lebens. Das wirkt aber selten, und er erklärt mir weiter, das er unter skandalösen Umständen leben muss. An diesem Punkt habe ich meist schon die Nummer vom Jugendamt parat, damit er sich beschweren kann. Das alles noch sehr ruhig, liebevoll und die Bedürfnisse nach Unmengen von Konsum durchaus respektierend ;)
    Irgendwann nach 2 Stunden platzt mir der Kragen und ich schreie ihn einmal an. Gott weiß warum, Kinder in der Pubertät scheinen das zu brauchen, damit sie die Grenzen der Eltern erkennen. Das muss in den Genen verankert sein, ruhige Worte helfen nicht, ich habe das ganz klöterisch schon versucht.
    Und wo wir beim Thema Mißhandlung sind: wer bewahrt mich vor solchen stundenlangen Mißhandlungen? Irgendwann sehe ich mich gezwungen ein "Machtwort" zu sprechen und mir jedwege weitere Diskussion vorerst zu verbitten und mir Freiräume zu schaffen.
    Ich habe, ganz klöterisch, recht lange versucht das ruhig zu lösen. Mittlerweile habe ich da ganz eigene Theorien zu entwickelt und behaupte frech, meinem Großen tut es viel besser wenn ich einmal laut werde, rumbrülle und das ganze ist bereinigt.
    Sagt er übrigens selber - kann aber auch sein das es mit seiner ADHS zusammenhängt, er nimmt Grenzen generell nicht gut wahr und da erfordert es einiges von mir, meine Grenzen zu wahren.


    Natürlich ist schreieb "verbale" Gewalt. Auch manches was leise geredet wird, kann "verbale Gewalt" sein.
    Klapsen und hauen ist für mich hingegen ein absolutes "No-Go".
    Vielleicht reagiere ich so aus eigener Betroffenheit, aber lauter werden und auch einmal "rumbrüllen" und physische Gewalt auf eine Ebene zu stellen finde ich ziemlich absonderlich.
    LG

    Nichts ist so gewöhnlich, wie der wunsch außergewöhnlich zu sein (Shakespeare)

  • ;)was mich hier noch interessiert und noch nicht zur sprache kam:


    wie sind eure partner so drauf? auch gewaltfrei im umgang mit den kindern?
    würdet ihr euren partner verlassen wenn er mal gewalttätig wird? ich mein jetzt nicht die arge gewalt sondern mal schlägt oder ausrastet oder so...ihr wisst schon was ich meine.


    und noch kurz zu mir: ihr habt schon recht es liegt natürlich an mir und nicht an meiner tochter wenn ich ausraste. ist mir schon klar. sie bringt mich einfach soviel an den rand eines nervenzusammenbruchs..sit hat so eine art da komm ich vielfach nicht klar mit. aber ist mein problem..trotzdem nicht ganz einfach dies zu händeln.
    werde wohl doch mal das problem angehen.


    danke für die interessante diskussion!!


    da fällt mir noch was ein: habt ihr auch nur gewaltfreie freunde? ich hab in meinem umfeld diverse mütter die es für legitim halten seinem baby eins auf die finger zu hauen oder es im zimmer ne stunde schreien zu lassen, etc. etc. da hilft aber auch gut zu reden nichts..was macht man da?
    eine freundin von mir die ich schon vor den kindern kannte hilt es sogar für okai ihren sohn zu verdreschen.. sie war sonst sehr witzig und intelligent und alles..
    sie ist weggezogen und ich seh sie kaum mehr. aber da kam ich nicht klar mit, war schon heftig!!

    sonja mit melina (03/03) + felix (11/06)

  • katilein: habe dies bei meiner tochter auch oft das gefühl dass wenn ich lauter werde ihr es besser klar wird was nicht geht!! ich denke nicht dass sie adhs hat aber tendenzen hat..du weisst was ich meine.


    aber das kanns doch nicht sein, es muss doch andere wege geben als nur durch rumbrüllen was zu erreichen!!

    sonja mit melina (03/03) + felix (11/06)

  • Zitat

    Original von GlockenBaum

    Zitat

    Original von Naehhexe
    Und ich kann Erwachsene nicht verstehen, die sich im ruhigsten Tonfall verbal verletzen.
    So unterschiedlich sind Menschen!


    Nur fuer mein Verstaendnis, wenn du also deinen Mann oder deine Kinder anschreist, dann bist du dabei hoeflich und respektvoll?


    Nein, bin ich wahrscheinlich nicht.


    Nur für MEIN Verständnbis, bist du höflicher und respektvoller, wenn du leise verletzt?


    Ich finde die Diskusison führt so langsam ins absurde, manche Menschen sind tempermentvoller als andere, andere sind beherrschter. Leise verbale Verletzungen sind genauso unhöflich, wie laute verbale Verletzungen. Ich finde die leisen verbalen Entgleisungen gefährlicher, weil sie weniger mitbekommen werden.


    Auf die Lauten wird dann gerne mal mit dem Finger gezeigt, die Leisen finden im verborgenen statt.

  • Katilein: wenn man schreit: "Ich brauche jetzt Ruhe!" ist das in meinen Augen keine Gewalt. Wenn man schreit "Geh mir nicht auf die Nerven!" ist das Gewalt. Das passiert mir auch manchmal, aber meine Gewohnheiten haben sich da schon sehr verbessert #augen Keine Ahnung, wie du deinen 11jährigen anschreist :) Ich finde außerdem, daß es nochmal was anderes ist, wenn das Kind älter ist und zurückschreit. Meine 3jährige hat zum beispiel gegen verbale gewalt kein anderes mittel als zu schluchzen "Mama, wenn du nicht mehr meine Freundin sein willst, dann spiele ich auch nicht mehr mit dir." #heul


    Sonja: Würde mein Mann unsere Kinder schlagen, würde ich von ihm verlangen, eine Therapie zu machen oder sich anderweitig beraten zu lassen. Wutausbrüche gegenüber unserer Tochter hat er auch manchmal und unsere Beziehung steht unter anderem deswegen auf der Kippe. Er hält das nicht für gut und richtig, ist aber auch nicht bereit, das Problem anzugehen. Freunde, die klapsen für eine normale erziehungsmethode halten, habe ich nicht.


    Ich finde es auch normal, daß man mal lauter werden muß, damit ein Kind versteht, daß etwas nicht geht. die frage ist doch aber, auf welche art man laut wird und bei welcher gelegenheit. ich muß z.B. nicht laut werden, weil meine tochter jammert, wenn sie keine schokolade vor dem abendbrot essen darf. ich gebe ihr einfach keine oder verweise sie auf ihre eigene süßigkeitendose. es gibt aber normalerweise keinen grund, ihr das jammern zu verbieten. aber natürlich werde ich laut, wenn sie mich im überschwang mit einem stock haut und bei einer leisen aufforderung nicht reagiert.

  • Zitat

    Original von katilein


    Und wo wir beim Thema Mißhandlung sind: wer bewahrt mich vor solchen stundenlangen Mißhandlungen? Irgendwann sehe ich mich gezwungen ein "Machtwort" zu sprechen und mir jedwege weitere Diskussion vorerst zu verbitten und mir Freiräume zu schaffen.
    Ich habe, ganz klöterisch, recht lange versucht das ruhig zu lösen. Mittlerweile habe ich da ganz eigene Theorien zu entwickelt und behaupte frech, meinem Großen tut es viel besser wenn ich einmal laut werde, rumbrülle und das ganze ist bereinigt.


    Danke Katilein, genau diese Frage geht mir auch schon seit geraumer Zeit im Kopf rum, beim Lesen dieses Threads. Ich verbiete meinen Kindern auch nicht zu jammern. Aber nach stundenlangem Dauergejammer sag ich auch mal ziemlich genervt und eventuell lauter, sie soll jetzt entweder ruhig sein, oder in ihr Zimmer gehen und da so lange weiterjammern, wie sie will.


    Schlagen, Klapsen, emotionale Abwertungen à la "Du bist ja so schlecht" sind natürlich in keiner Weise okay. Aber ich bin auch ein Mensch und habe meine Grenzen und ich kann nicht glauben, dass es Kindern generell schlecht tut, das auch mal zu erfahren. Ich denke, bei den wenigsten hier, die zugeben auch mal zu schreien (und da schließe ich mich ein) ist es so, dass sie von jetzt auf gleich das Kind anbrüllen, sondern es es eine Spirale der Eskalation, die durchaus auch von dem Kind voran getrieben und wahrgenommen wird. Und wenn gutes Zureden, Ablenkungsversuche, Trost, Gespräche, all das nichts helfen, finde ich, ist ein elterlicher Ausraster (ohne Beleidigungen!) durchaus auch mal gerechtfertigt. Denn auch die Kinder müssen mal spüren dürfen, dass Erwachsene nur bestimmte Gelduldsreserven haben. Das hat auch was mit authentischem Feedback zu tun. Ich denke nicht, dass wir unseren Kindern einen Gefallen tun, wenn wir unsere Grenzen überschreiten, nur um auf keinen Fall auch mal genervt zu sein - das kann auf Dauer nicht gutgehen!

    Nicole
    mit Jule und Lena (19.05.05) im Leben und unseren Sternchen im Herzen

  • Zitat

    Original von Sonja37
    ;)was mich hier noch interessiert und noch nicht zur sprache kam:


    wie sind eure partner so drauf? auch gewaltfrei im umgang mit den kindern?
    würdet ihr euren partner verlassen wenn er mal gewalttätig wird? ich mein jetzt nicht die arge gewalt sondern mal schlägt oder ausrastet oder so...ihr wisst schon was ich meine.


    schreien tut mein mann weniger als ich ;) ist halt n ganz ruhiger typ ...
    würde mein partner schlage oä was er auch nicht tut, wäre ich mit den kindern weg ganz klar...


    meine freunde haben sehr ähnliche vorstellungen wie ich, und im näheren umkreis, also bekannte durch spielgruppe kiga und so, sind alle erstaunlich respekltvoll mit ihren kindern. das einzige womit ich nicht "klarkomme" ist das alleinschlafenmüssen, alleinzuhauselassen, im autositzenlassen der kinder, aber selbst das ist hier aufm dorf erstaunlich vereinzelt

  • Zitat

    würdet ihr euren partner verlassen wenn er mal gewalttätig wird? ich mein jetzt nicht die arge gewalt sondern mal schlägt oder ausrastet oder so...ihr wisst schon was ich meine.


    Das ist eine interessante Frage. Meinst du Gewalt gegen mich oder gegen die Kinder? Als Gedankenexperiment (die Wirklichkeit ist ja meist noch viel komplexer) - würde mein Partner mich im Affekt schlagen, grob anfassen, packen und schütteln, dann sähe ich zwei Wege:
    a) wir können das durchsprechen, er erkennt, dass sein Verhalten falsch war, ich spüre, dass es ihm leid tut, ohne dass er dadurch manipulativ wird. Wir denken darüber nach, wie wir beide solche Eskalationen in Zukunft vermeiden und ich sehe ernsthaftes Bemühen diesbezüglich. Dann sähe ich keinen unbedingten Anlass, ihn zu verlassen und wäre auch nicht nachtragend.
    b) wenn mein Partner mit Sätzen kommt wie "ach komm, ich hab dich doch nicht mal richtig getroffen, das kann gar nicht wehgetan haben" oder "Hättste mich ja nicht so provozieren müssen!" oder wenn er mich anschweigt, nicht mit mir darüber sprechen will und sich offensichtlich nicht damit auseinandersetzen will... dann hoffe ich, dass ich Hirn genug besitze, um mich aus dem Staub zu machen.
    Bei Gewalt gegen unsere Kinder sieht es eigentlich genauso aus. Theoretisch, wie gesagt...

  • Mein Partner ist ein "Schreier". Das ist in seiner ganzen Ursprungsfamilie so gang und gäbe.
    Für mich war das eigentlich damals ein Grund ihn nciht zu heiraten. Ich fand und finde das nur schwer ertragbar.


    Man kann das natürlich tempramentvoll nennen oder authentisch.


    Aber wenn man Mann, der gut 20cm grösser, breiter und körperlich einiges schwerer ist mich mit hochrotem Gesicht anschreit, dann braucht es für mich, als erwachsene und einiges gewohnte Frau (ich habe einige Jahre auf dem Bau gearbeitet) einiges an Standfestigkeit um meinen Platz, meinen Würde, meinen Respekt zu bewahren. (ich frage mich dann immer, wie es dann erst aus der Perspektive eines Kindes wirken muss?!)


    Ich werde mich an diesen Umgang auch in -zig Jahren nicht gewöhnen.


    Er findet in der "Momentan"-Situation (also wenn er brüllt) natürlich immer, dass ich/wir ihn sonst nicht zuhören, dass ich/ wir die Situation so provoziert haben, etc...
    Aber, wenn er und ich ehrlich sind, dann ist das ausschliesslich sein Problem, seine Schreierei. Ich sage das auch so den Kindern.


    Falls ich ihn mal verlassen sollte, dann wird diese Schreierei das ihren dazutun, ohne Zweifel.


    Anschreien (nicht laut ausrufen), sondern gezielt das Gegenüber überlaut anschreien, hat für mich viel mit Einschüchterung zu tun, gerade wenn es vom körperlich überlegenen Menschen kommt.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Zitat

    Original von merin
    @ daikiri: ich find es krass wie Du offenbar darüber bestimmst, was schmerzhaft sein darf und was nicht. Stell Dir vor, Dein Mann kommt nach dem 3. Stück Schokolade zu Dir, nimmt Dir die Tafel weg, und sagt "Jetzt reicht es aber!" Und wenn Du ihm sagst, Du hättest aber noch Appetit dann sagt er "Mecker nicht rum!" Würde es Dich verletzen? (Stell Dir statt Schokolade etwas anderes vor auf das Du ab und an Heißhunger hast, falls das nicht passt.) Und nein, ich meine nicht, Du musst Deinem Kind alle Wünsche erfüllen. Ich bin nur erstaunt über diesen Mangel an Einfühlung...


    Und ich finde es krass, was du da reininterpretierst - der Vergleich mit dem Schokolade wegnehmen ist doch Schwachsinn, ich reiß meinem Kind das 3. Eis ja nicht aus der Hand, sondern sag von vorneherein, es gibt nur eins, und von den von dir genannten Ausdrücken hab ich noch nie eins gegenüber meinen Kindern verwendet!
    Ich sag dann eben mal "Hör bitte auf zu jammern" - was ist daran für dich jetzt zuwenig an Einfühlung?! Weil ich den "Schmerz" des Kindes über die nicht erfüllte Maßlosigkeit (ja, das gibt es, auch wenn du es nicht glauben magst, manchmal probieren die Kinder einfach noch mehr zu kriegen und noch mehr zu wollen, einfach nur so, ohne großen "Weltschmerz", der dahinter steckt) nicht anerkenne? Ach du meine Güte... #augen
    Außerdem sind wir alle nur Menschen, auch Mütter dürfen mal genervt sein und das auch kundtun, von runtermachen oder respektlose Ausdrücke verwenden war doch keine Rede.


    LG


  • Unterschreib, zumal es auch Ansichtssache ist, was "runtermachen" oder "respektlos" ist. Was für den einen eine bodenlose Respektlosigkeit ist, ist für andere normaler Umgangston!

  • Sonja37,


    mein Mann schreit nicht, schlaegt nicht, bruellt nicht und er wird im Streitgespraech nicht verletztend. Nie. Das ist einfach nicht er. Dafuer habe ich lange gebraucht zu erkennen, dass er gerade wirklich sauer war, eben weil die sonst so typischen Signale fehlten (laute Stimme, Uebertreibungen etc.)


    Naehhexe,


    fuer mich ist es hoeflicher nicht zu schreien. Aber das mag auch daran liegen, dass ich es einfach nicht kenne, dass man als Erwachsener andere Menschen anschreit. Wenn ich schreibe, dass ich im Streit mitunter verletztend bin, dann kommt das etwa 2mal im Jahr vor. Wir streiten uns hier nicht so sehr in dem Masse. Wir reden ueber Meinungsverschiedenheiten, oder wenn wir uns aergern oder wenn jemand frustriert oder sauer ist, aber in 98% dieser Situationen werde ich nicht persoenlich oder laut. Du bist nicht die erste, die mir sagt, dass das unnatuerlich sei, und wir uns ja nur zu sehr unter Kontrolle haetten, aber das ist es gar nicht mal. Es faellt niemandem schwer. Bin ich wirklich sauer, dann gehe ich laufen und laufe mir den Frust aus der Seele. Aber ich bruelle nicht meine Kinder an. Meine Tochter hoert gerne laute Musik und tanzt dazu.


    Es gibt sehr unterschiedliche Typen, wie man mit Zorn umgeht und nicht jeder ist dabei immer verletztend oder laut. Ich sage nicht, dass laut schlecht ist, aber wenn mich jemand anschreien wuerde, waere ich ganz schoen verwirrt.


    Zitat


    Ich finde die leisen verbalen Entgleisungen gefährlicher, weil sie weniger mitbekommen werden.


    Auf die Lauten wird dann gerne mal mit dem Finger gezeigt, die Leisen finden im verborgenen statt.


    Das sind deine persoenlichen Vorurteile ;)


    Und ja, ich stoere mich daran, dass oft behauptet wird, dass man zum authentischen wuetend sein laut sein muss, als ob meine Wut weniger wert ist, weil ich eben nicht schreie.

    Birth is not only about making babies. Birth is about making mothers - strong, competent, capable mothers who trust themselves and know their inner strength.

  • Zitat

    Original von GlockenBaum
    Naehhexe,


    ....Du bist nicht die erste, die mir sagt, dass das unnatuerlich sei, .....


    Wo sage ich dir das denn?


    Ich meine mich zu erinnern, ich hätte geschrieben, daß Menschen unterscheidlich sind. Die einen laut, die andern leise, die einen impulsiver, die anderen "kontrollierter" (mir fällt kein besseres Wort ein):-)


    Dahin gekommen sind wir aus meiner Aussage, daß Lautstärke kein Kriterium für Kindesmißhandlung ist!


    Ich entsinne mich noch gut an meinen Vater, der auch schonmal lauter wurde: da hat man (ich als Kind) den Kopf eingezogen und das Donnerwetter abgewartet. Danach konnten wir prima über alles reden und Dinge brauchten NIE wieder auf den Tisch. Ich kann nichts schlechtes daran finden, ICH emfand und empfinde dies auch heute nicht als respektlos. Für dich wäre dies vielleicht der Gipfel der Respektlosigkeit und damit zumindest nah an der Mißhandlung dran.


    Was das "rumbrüllen" angeht bewegen wir uns nunmal in einer Grauzone, in der man nicht pauschal sagen kann, daß dies eine Mißhandlung darstellt, weshalb ich (nochmal zurück zum Ausgangspost) immer noch sage: aus einer Situationsbeobachtung DARF man nicht gleich auf Mißhandlung schließen!


    Und bevor jetzt wieder jemand das komplette Ausgangspost hervorholt, ich beziehe mich AUSSCHLIEßLICH auf den Teil mit der motzenden Mutter. Die anderen Situation sehe ich auch so, und gehe sogar so weit zu sagen: wer in der Öffentlichkeit klapst, bei dem ist das kein Ausrutscher sondern Standard!


    lg, Ina


    PS: ich hab gerade erst deinen Untertitel gelesen, welcome back, ich habe dich vermißt (auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind :) )

  • Zitat

    Original von Nala

    Zitat

    Original von Öko-Tante

    Zitat

    Original von Julii
    Trotzdem war der allgemeine Grundton dieses Threads (du eingeschlossen), dass das Anbrüllen, Anschnauzen, Schlagen etc. halt mal passieren kann und nur zu menschlich ist. Ist es ja auch, aber es ist trotzdem schlimm!


    Was aber eben bei solchen Eingangspostings nervt, ist dass man als Mutter, die auch schonmal in Extremsituationen steckte, in denen sie ihre Kinder am liebsten gewürgt hätten (ich denke da an mein Beispiel mit zwei schreinden Kindern auf der Fussgängerzone, die nicht weiter wollen oder türmen, den umkippenden Buggy und den auslaufenden tonnenschweren Tüten) den gleichen voyeuristischen Blick auf den Rücken inklusiver missbilligender naseweiser Heringsbemerkung spürt, die die Idioten auf der Fussgängerzone so auf Lager haben. Und zwar ANSTATT einem zu helfen, das türmende Kind einzufangen oder den Buggy aufzuheben oder ein Taschentuch zu reichen. Nein, da wird geglotzt und blöde Sprüche abgelassen, dass man eben keine Kinder bekommen darf, wenn man nicht sicher ist, dass laberlaber....und dann gutgelaunt weitergelatscht, vermutlich in dem Glauben, dass man der schweissgebadeten Mutter jetzt aber echt mal weitergeholfen hat. Ich meine, was genau hat die Strangeröffnerin eigentlich getan ausser zuzugucken und hier zu meckern? Muss ich gleich mal nachgucken.


    Nala: Warum hast du mich jetzt zitiert?


    @all: Die Definitionen was Gewalt ist oder nicht werden nicht von uns bestimmt, sondern von dem Betroffenen. Für manches Kind ist Brüllen keine Gewalt, für ein anders schon. Wollt ihr das hier tatsächlich einteilen? Kommt bestimmt auf Temprament und Gewöhnung (und die ist bestimmt nicht erstrebenswert) an. Ich weiß es in dem Moment einfach selber. Und sicherlich werde ich nicht drumrum kommen das ein oder andere Mal zu brüllen, aber der Wunsch dies nicht zu tun sollte mMn schon die Ausgangsbasis sein.


    Julii

    lavatrice


    *früher der Monat zwischen Juni und August + i*