Eingewöhnung 2. Versuch - was ist wichtig?

  • Hallo,


    es beschäftigt mich wirklich und mir ist auch daran gelegen, eine Möglichkeit zu finden, die für den Kiga machbar und für meine Tochter erträglich ist.


    Ich habe schon hier beschrieben, wie es abgelaufen ist und ich es mir vorstelle.


    Ist es wirklich kontraproduktiv, wenn die Oma erstmal da bleibt, bis sie gehen darf? Ist es so unwahrscheinlich, dass meine Tochter die Begleitoma ab Tag 2 oder 3 nicht mehr ständig dabeibraucht? Ist es wirklich besser, nach dem misslungenen 1. Versuch gleich zu gehen, "damit für das Kind klar ist, dass es alleine dableiben soll"? Wir kucken ständig Kiga-Bücher und sie ist nicht doof und sieht doch, dass die anderen Kinder auch ohne Begleitung da sind? Und was soll der Vorschlag, mit dem Kind erstmal im Gruppenraum zu spielen, bevor man geht, bringen?


    Was für einen Rahmen darf ich einfordern, wie gestalten wir Eingewöhnung Nr. 2 fürs Kind sinnvoll? Sie kennt viele der Kinder in der Gruppe und beide Erzieherinnen von der 1. Eingewöhnung. Und sie sagt, sie freut sich und bleibt alleine da. Was aber, wenn sie dann doch erst nochmal ein bisschen Rückhalt bräuchte? Ich will nicht, dass sie da brüllend zurückgelassen wird...
    Und erfahrungsgemäß ruft der Kiga wohl wirklich erst an, wenn das Kind körperlich schwer verletzt ist oder kurz vorm Wegtreten - auch während der Eingewöhnung.


    Meine Einstellung zum Kiga - mal sehen, vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Aber ich geh ja schon erstmal nicht mit ihr da hin, dass sich da nix übertragen kann...


    Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

  • Hallo schnacki,
    Erstmal zu deinen konkreten Fragen:
    -Nein, es ist nicht kontraproduktiv, wenn die begleitende Person in der Eingewöhnungsphase im Kindergarten bzw. beim Kind bleibt, das ist der Kernpunkt sanfter Eingewöhnung.
    -Die Wahrscheinlichkeit, dass es deine Tochter nach dem 2./3. Tag schafft, nicht mehr ständig jemanden dabei zu haben, ist schwer einzuschätzen. Erfahrungsgemäß dauert es bei 3 jährigen Kindern durchaus etwas länger. Wenn der grundsätzliche Ablauf der Eingewöhnung mit der Einrichtung geklärt ist, kann es auch keine Frage der Dauer von ?xy Tagen auf oder ab? sein, laß dich nicht unter Druck setzen!
    -Nein, es ist sicher nicht besser, gleich wegzugehen, dein Kind weiß auch ohne diese Maßnahme, dass Kinder im Kindergarten im Laufe der Zeit ohne Eltern betreut werden.
    -Der Vorschlag, mit dem Kind im Gruppenraum etwas zu spielen, bevor man weggeht, ist verbunden mit einer darauf folgenden ?Übergabe? an eine Erzieherin sicher sinnvoll.
    -Zu deiner Frage nach dem Rahmen, den du einfordern darfst, verlinke ich dich an dieser Stelle noch mal auf unseren Text von Ines Gärtner auf der Homepage, den du dir zur eigenen Sicherheit nochmals durchackern kannst: eingewöhnung


    Der Schlüssel zu einer glücklichen Eingewöhnung und zum positiven Bewältigen solch einer Übergangssituation liegt letztendlich im Vertrauen, das alle Beteiligten einander entgegenbringen. Du hast dieses Vertrauen zum Kindergarten noch nicht aufgebaut, es wäre wichtig, dass du an dieser Stelle ansetzt. (Dazu gehört auch das von dir angesprochene ?Übertragen von Gefühlen?). Auch wenn nicht du persönlich deine Tochter zum Kindergarten bringst, wird sie spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist, und du dir unsicher bist.
    Meine Idee dazu wäre in erster Linie, nochmals zu überdenken, ob es wirklich diese Form der Betreuung sein muss. Oft gibt es im Hinterkopf doch Lösungen, die nur darauf warten, belebt zu werden. Bei all dem, was du über den Kindergarten erzählt hast, ist es naheliegend, dass sich die Probleme, die du wahrnimmst, nicht von Heute auf Morgen lösen werden. Ist die Entscheidung unumstößlich, dann würde es Sinn machen, nochmals einen Gesprächstermin zu vereinbaren, um den Eingewöhnungsplan konkret durch zu besprechen und deine Vorstellungen klar zu deponieren.
    Ich wünsche euch alles Gute und schicke euch liebe Grüße
    Susanne :)

  • Hallo Susanne,


    vielen Dank für Deine Antwort!
    Leider kommt für die Haupterzieherin in der Gruppe eine Begleitung nicht in Frage. Sie möchte das nicht und dann passiert das so auch nicht in ihrer Kindergartengruppe. No way. Zum Gespräch über den Ablauf der erneuten Eingewöhnung waren sie zu Zweit und haben mir erklärt, ich würde mich von meinem Kind erziehen lassen, weil mein Kind im Sommer zu mir mal auf dem Flur energisch gesagt hat, dass es nach Hause will.
    Und sie haben ja so gute Erfahrungen damit gemacht, dass die bringende Person anfängt, ein Buch vorzulesen und die Erzieherin liest weiter.
    Außerdem lag es ausschließlich an mir, dass die Eingewöhnung im Sommer nicht geklappt hat, weil mein Kind wollte ja und wäre ja von Anfang an da geblieben und dass ich da war war gar nicht gut, denn nach einem Rundgang mit der Erzieherin durch den Kiga am ersten Tag ist sie ja nicht mehr von meiner Seite gewichen.
    Und es ist ja klar, dass das Kind lieber bei der Mutter/Oma/wem-auch-immer ist, wenn diese nicht gehen.
    Und es wird mit meinem Tochter nie klappen, dass sie sich eingewöhnt, wenn überhaupt und auch nur anfangs jemand dabei ist, weil sie sich da ja dann daran gewöhnt und nie ohne Begleitung dort bleiben wird. Das wissen sie aus Erfahrung. Ausserdem sei es unfair den anderen Kindern gegenüber, da war ja auch keiner dabei.
    Meine Vorstellungen werden abgebügelt und mein Kind wird als trotzig und aufmüpfig hingestellt - wie soll ich diesen Menschen gegenüber ein gutes Gefühl haben?


    Grmpf.


    Leider bin ich für zwei Wochen (nach dem Urlaub meines Mannes) auf den Kiga angewiesen. Wenn das so nicht klappt, geht sie halt danach wieder nicht mehr dort hin, auch wenn ich es schade finde, weil sie so selten unter andere Kinder kommt. Vielleicht mag sie dann ja mit 4, 4,5 oder 5?


    Zum Glück wurde eine Erzieherin in ihrer Gruppe temporär ausgetauscht. Die "Vertretung" (leider bekomme ich auf die Frage, wie dauerhaft das ist nur kryptische Antworten - ein: wir können das noch nicht sagen, das entscheidet sich evt im/am XY... wäre für mich durchaus eine erträgliche Antwort) war zum letzten Versuch Springerkraft und nur tageweise da aber bei meiner Tochter spontan sehr beliebt (und mir auch sympatisch - außerdem hat sie verstanden, worums mir ging und mir auch nicht vermittelt, dass das total falsch ist und ich keine Ahnung habe und sie doch mal machen lassen soll, schließlich macht sie das schon 30 Jahre lang so).
    Ich hoffe, dass sich die andere (erfahrene) Erzieherin einfach raushält und meiner Tochter ein wenig Einstiegshilfe durch die in ihren Augen ahnungslose Aushilfe (mit vollständiger pädagogischer Ausbildung und nicht nur gefährlichem durch merkwürdige Erfahrungen bestätigtem Halbwissen bewaffnet und bewusst Grenzen setzend) gönnt, auch wenn mein Kind so unbequem ist und dann womöglich auch noch ihren Willen bekommt. Schließlich setzt sie Weinen wie alle anderen Kinder nur rein manipulativ ein und das geht am besten durch Ausgrenzung und/oder Ignorieren weg.


    Tja, Töchterchen ist jetzt erstmal krank, bin gespannt, ob und wie es Mitte der Woche mit dem Einstieg klappt. Immerhin darf sie der Oma eine Führung geben und dann entscheiden, ob sie mit ihren Hausschuhen dort bleibt oder am nächsten Tag wiederkommt.


    Lg,
    Schnacki (immer noch sauer)