24 Stunden mamma Baby

  • Hallo ihr lieben Rabeneltern,


    ich habe seid 7 Wochen eine kleine süße Tochter und bin leider etwas geknickt, weil ich nichts mehr alleine machen kann. Sie kann nicht alleine sein und akzeptiert auch keine andere Person . Mein Mann hatte die ersten drei Wochen nach der Entbindung frei und da ließ sie sich schlafend oder gut gelaunt an ihn weiterreichen. Seitdem er wieder arbeiten geht, hält sie es keine 5 Minuten bei ihm aus, ohne nach mir zu weinen. Ich finde es sehr belastend keine Minute mehr für mich alleine zu haben und finde es echt schwer momentan so eingeschränkt zu sein. Klar gewöhne ich mich so langsam an die Situation, aber glücklich werde ich so auf dauer glaube ich nicht. Meine Hebamme meint so einfach, wir also ich und mein Mann müssten auch zeit füreinander haben und jeder für sich,- aber wie sollen wir das schaffen?! Wir haben keine Familie in unserer Umgebung, die mir helfen könnte und mein Mann wehrt sich gegen den Vorschlag, jetzt schon nach Babysittern zu suchen- er hat vermutlich angst unsere Tochter könne mir anderen Menschen besser klar kommen. Er nimmt es ihr auch total persönlich, dass sie nicht bei ihm sein mag. Und ich habe beobachtet, dass sie sich total durchstreckt und zappelt, wenn er versucht sie zu trösten. Er denkt dann, sie wolle nicht auf seinem Arm bleiben und legt sie hin. Darauhin habe ich mit ihm geschimpft, weil ich nicht möchte, dass sie mit ihrem Kummer "alleine" sein muss. Die Situation ist so angespannt bei uns :( Vielleicht hat jemand Rat oder Trost für mich

  • Liebe Lotteliese,
    eine meine Kolleginnen hier wird sicher auch noch antworten.
    Ich habe hier nur einen kleinen Praxistipp: Habt ihr schon mal an eine Tragetuch oder eine gute Tragehilfe gedacht? Mir hat das in der ersten Zeit sehr geholfen, weil ich beide Hände und den Kopf frei hatte. Meinen Kindern ging es an meinem Körper gut und ich konnte etwas anderes machen: Sachen im Haushalt, aber auch einfach Spaziergänge im Wald , wo es mit Kiwa ein wenig schwierig war.
    Vielleicht wäre das ja auch etwas für deinen Mann. Er könnte sich vielleicht ein Tuch o.ä. umhängen, das ein wenig nach dir riecht. Vielleicht bleibt dann deine Tochter lieber bei ihm. Und vielleicht ist es gut, wenn er erstmal zu Hause ankommt und nicht total gestresst ist von der Arbeit. Ist er etwas zur Ruhe gekommen, bleibt sie vielleicht auch lieber bei ihm.


    Ich drücke euch die Daumen, dass sich die Situation einspielt.
    Alles Gute für dich und deine Familie #herzen

    Trageberatung in Suhl/Thüringen
    tragen [ät] rabeneltern.org

  • Danke für den Tipp. Das mit dem im Tragetuch tragen mache ich schon. Ein paar Stunden am Tag macht sie das mittlerweile mit. Mein Mann mag das Tragetuch nicht ausprobieren. Jetzt überlege ich mir noch eine Manduca zuzulegen. Das erscheint ihm vielleicht einfacher und weniger "weiblich" und wäre für mich unterwegs auch praktischer. Mein Mann nimmt sie nie direkt nach der Arbeit. Auch am Wochenende mag sie nicht bei ihm bleiben. Auch nicht mehr, wenn sie mich vorher noch angestrahlt hat und sie somit gute Laune hat (ich geb sie dann natürlich nicht sofort her, das wäre ja auch gemein für sie). Aber woran liegt das denn, dass sie bei ihrem Pappa nicht sein mag? Sie kennt ihn doch schon seid der Geburt. Ist sie besonders ängstlich? Ich habe sie noch nie alleine gelassen und wenn sie bei ihm weint bin ich ganz schnell da und rede mit ihr bzw nehme sie ihm ab, weil sie sich bei mir schnell beruhigen kann.

  • So schwer das ist, nimm sie ihm doch nicht ab, wenn sie weint. Lass die beiden einfach mal machen, sonst lernt dein Mann das doch nie und fühlt sich immer unsicherer, weil deine Tochter und du ein immer besser eingespieltes Team seid und er nie mehr als der schlechte Ersatz. :S Ich kenne das, es fällt echt schwer, das Baby nicht an sich zu reißen und zu sagen "Ich mach das schon, bei mir beruhigt es sich schneller", aber das ist total kontraproduktiv. Vielleicht gibst du deinem Mann auch zu viele Tipps, das verunsichert ihn zusätzlich. Er soll es ja nicht machen wie du, er soll seinen eigenen Weg finden, der genauso richtig ist wie deiner, wenn auch wahrscheinlich anders. (Ich bin da selber so eine schwierige Patientin, aber zumindest die Theorie beherrsche ich 1A ;)).

    mit Sohn groß (2007) und Sohn klein (2010)

  • Ich kenne die Situation aus eigener Erfahrung: Meine Tochter war ein ausgesprochenes 24-Stunden-Baby. Man konnte sie nicht ablegen, nicht einmal schlafend... nach spaetestens 10 Minuten schrie sie wieder.


    Bei mir hat NUR das Tragetuch geholfen. Ich trug meine Tochter wie ein Kleidungsstueck: Von morgens bis abends. Raus kam sie zum Stillen und zum Wickeln. Der Unterschied war frappant: Ploetzlich hatte ich wieder Haende frei, Zeit, etwas im Haushalt zu machen (ja, habe mit ihr im Tuch gekocht, gewaschen und geputzt. Das geht.) Und ich ging viel raus mit ihr. Dazu habe ich staendig mit ihr geredet, ueber alles.


    Es ist eine anstrengende Phase, aber es wird besser! (Ich weiss, das glaubst du mir jetzt nicht, ich hab's auch nicht geglaubt damals)


    Kopf hoch und viel Energie


    Anima

  • Fürchel: das mit dem machen lassen ist echt schwer,... Er traut sich selbst nicht so richtig zu das alleine zu schaffen und denkt meistens, dass sie an meine Brust will, weil sie Hunger hat. Habe aber auch schon vermutet, dass er da durch muss, bis er rausfindet, wie er sie beruhigen kann. Aber ich finde es soooooooo schwer, sie weinen zu hören und nichts zu machen!


    Anima: Das Tragetuch ist mir schon eine große Hilfe, ich trau mich aber noch nicht, alles damit zu machen und sie mag nicht immer gertragen werden. Schwer finde ich z.B. Staubsaugen, Küchenmaschiene, Boden wischen, Bad putzen, also alles was sehr laut ist und alles wobei ich mich bücken muss. Ohne das Tragetuch würde ich wahrscheinlich nur noch heulen.


    #danke
    LG an euch

  • Zum Thema Hausarbeit und Tragetuch: Ich gebe dir recht, Arbeiten, die mit Bücken verbunden sind, sind anstrengend und auch nicht wwirklich gut machbar. Dann muss das eben mal liegenbleiben. ;) Aber fürchte dich nicht vor Krachmachern. Staubsaugen ist ein ganz wunderbares Geräusch für die meisten Babys, denn das erinnert Babys genau wie das Geräusch vom Fön, der Dunstabzugshaube etc. an die Geräusche aus dem Mutterleib. Diese Geräusche nennt man auch "weißes Rauschen" und das wirkt auf fast alle Babys sehr beruhigend!! Wenn mein Baby (als es noch so klein war wie deins) mal nicht zur Ruhe kam oder einschlafen konnte, dann hab ich staubgesaugt oder den Fön angemacht. ;) Probiers mal aus!

  • Zitat

    Original von Lotteliese Meine Hebamme meint so einfach, wir also ich und mein Mann müssten auch zeit füreinander haben und jeder für sich,- aber wie sollen wir das schaffen?! Wir haben keine Familie in unserer Umgebung, die mir helfen könnte


    Zeit koennt ihr schaffen, indem zB dein Mann mal auf das Kind aufpasst und dann du, und wenn sie noch so klein sind, kann man auch gut mit ihnen mal mittags essen gehen.


    Und dann war und ist es bei uns so, dass wir gelernt haben Gelegenheiten beim Schopfe zu ergreifen - alle Kinder schlafen? Na dann, lass es uns gemuetlich machen, so lange der Friede dauert.


    Zitat

    Er nimmt es ihr auch total persönlich, dass sie nicht bei ihm sein mag. Und ich habe beobachtet, dass sie sich total durchstreckt und zappelt, wenn er versucht sie zu trösten. Er denkt dann, sie wolle nicht auf seinem Arm bleiben und legt sie hin.


    Kinder wachsen unheimlich schnell und es ist einfacher fuer dich ihre Wuensche zu lesen, weil du mehr Zeit mit ihr verbringst und zudem sie stillst/fuetterst. DH dein Mann muss sich mehr ins Zeug legen und du musst ihn mehr lassen. Gut waere wirklich eine Manduca/Ergo/Maitai fuer ihn, weil es wirklich viel erleichert und vielleicht kann er sich mal mit anderen Vaetern und Kindern treffen zum Austauschen.


    Einzusteigen solltet ihr am Besten, wenn euer Kind gut gelaunt ist, gefuettert, ausgeruht, am Wochenende fuer 30min.

    Birth is not only about making babies. Birth is about making mothers - strong, competent, capable mothers who trust themselves and know their inner strength.

  • Zitat

    Original von Lotteliese
    Fürchel: das mit dem machen lassen ist echt schwer,... Er traut sich selbst nicht so richtig zu das alleine zu schaffen und denkt meistens, dass sie an meine Brust will, weil sie Hunger hat. Habe aber auch schon vermutet, dass er da durch muss, bis er rausfindet, wie er sie beruhigen kann. Aber ich finde es soooooooo schwer, sie weinen zu hören und nichts zu machen!


    Mir hat es geholfen einfacch weg zu gehen un sei es nur eine Viertelstunde. Ich habe es langsam gesteigert und mein Mann kann unseren Sohn prima trösten - es war aber so viel einfacher ihn mir zu geben.
    Das Hungerproblem kenne ich auch, deshalb pumpe ich Milch ab und lasse ihm immer etwas da, wenn ich weg bin. Das gibt Sicherheit..


    Wegen dem TT habe ich ihm immer vorgeschwärmt wie gut er sich damit trösten lässt. irgendwann hat er es selbst probiert (mit einer sehr fantasievollen Bindeweise...) und da war dann das Eis gebrochen ;)

  • Hallo. Lotteliese! :)


    Im Grunde bleibt mir nicht viel, als mich allen Vorschreiberinnen anzuschließen.


    Es ist tatsächlich ja so, dass diese Phase im Leben mit deinem Baby eine recht kurze Zeitspanne ist. Und ? es ist erst sieben Wochen alt! Da ist es noch ganz normal, dass du, mit der es die meiste Zeit verbringt sozusagen das Zentrum seines Lebens bist. Du muss es dir aus Babysicht so vorstellen, dass du eins bist mit der Luft, die es zum Atmen und der Milch, die es zum Trinken braucht. Die Zeit, in der es dich so existenziell braucht wird immer weniger, je älter es wird. Und diese Entwicklung geht in den ersten Wochen und Monaten rastend schnell. Vielleicht hilft es schon, diese Perspektive zu haben. Es wird immer mal wieder Phasen geben, in denen du das Wichtigste in seinem Leben bist, einfach, weil du die größte Sicherheit gibst - aus Sicht des Babys. Aber ? es wird sich immer weiter verändern und in dem Maß, in dem sich der Spielraum deines Kindes erweitert verändert sich auch deiner wieder.
    Manchmal hilft es, sich vor Augen zu halten, dass diese paar Wochen und Monate, in denen das so ist ein ganz kleiner Zeitabschnitt sind, wenn du die Lebenszeit deines Kindes aber auch deine eigene betrachtest.


    Für euch als Paar gilt Ähnliches: guckt eher darauf, was alles geht und nicht so sehr darauf, was nicht geht. Vieles ist mir einem so kleinen Baby viel leichter möglich als mit einem älteren Kind, Essen gehen zum Beispiel kann mit Baby sehr entspannend sein. #ja


    Dennoch finde ich, dass die beiden anderen Punkte, die du ansprichst auch wichtig sind.


    Zum einen versuch doch mal zu schauen, was du alles mit dem Baby zusammen machen kannst und weniger den Blick darauf zu richten, was alles nicht geht. Das verändert oft schon viel. Vielen tut es gut, in offene Eltern-Kind-Treffs zu gehen, wo man andere in einer ähnlichen Situation trifft. Es tut auch gut, enge Kontakte zu anderen Müttern mit Kindern im gleichen Alter aufzubauen, weil die Kinder dann auch die Mütter von klein auf kennen und man sich so gut gegenseitig unterstützen kann, auch, um mal etwas Zeit für sich zu haben.


    Der andere Punkt ? auch die Beziehung deines Mannes zu eurem Baby muss wachsen können. Und bei kleinen Babys geht das über die emotionale Ebene. Über Gehaltenwerden, Getröstetwerden, Zuwendung. Das muss ein Vater genauso herausfinden wie eine Mutter ? wir bekommen ja auch keine Gebrauchsanweisung mitgeliefert, nur weil wir die Mütter sind. Wir müssen auch lernen, die Signale zu verstehen bzw. richtig zu deuten. Insofern würde ich dir auch raten ? lass die beiden mal machen. Fangt mit kleinen Zeiträumen an, wenn das Baby grade satt und zufrieden ist, zum Beispiel. Es kann auch einfach mal auf Papas Bauch oder Arm eine Weile schlafen und so Papa ?tanken? ? seinen Geruch, seine Stimme, seine Bewegungen. Vertrau deinem Mann und deinem Baby. Es geht nicht darum, etwas zu erzwingen, sondern auch dieser Beziehung immer wieder eine Chance zu geben, sich zu entwickeln.


    Alles Gute für euch!

  • kann auf ihre frage nicht direkt antworten, also schreibe ich hier. vielleicht mag es jemand verschieben?
    und wie sind denn eure trage- geschichten? würde ich wirklich gern lesen.
    lg, j&l



    hallo.


    ich musste beim lesen deines beitrags immerzu grinsen.
    aber ich habe es "einfacher", da unsers 10 mon alt ist und wir geübter sind.
    sprich haben gelernt uns "tentakeln" wachsen zu lassen, mit der linken hand vieles zu machen und erst die füße, was die alles können, das hätte ich nie gedacht. (gross schreibung geht an diesem rechner nicht mit einer hand, die andere wird als bett genuzt).


    mein kerl mochte tragetuch auch nicht. zu viel gefummel für ihn und kind könnt ja raus fallen wenn er es falsch macht. scheint nicht kerl-kompatibel zu sein.
    manduca ist aber super. auch zum raus gehen. und kerl ist stolz wie pfau auf sich, wenn er den dreh einmal raus hat. dann hat er auch spaß.du musst allerdings mit streitgesrächen rechnen wer das kind denn nun tragen darf. ,-)


    mein fazit-
    übung macht vieles mit der zeit leichter,
    das kind wird mit der zeit schwerer.
    ,-)



    ps- habe mir gestern ein sehr grosses und bequemes sofa zugelegt.

    2 Mal editiert, zuletzt von J&L ()

  • vielleicht noch dieses:


    unser baby war ganz besonders ängstlich, sie hatte vor jedem geräusch angst. viele sagten, dass sie sich schon gewöhnen. wir sollen sie lieber nicht tragen...


    aber mein krümmel schlief im kinderwagen nicht und wenn ein bus vorbei fuhr, sprang sie fast vor angst aus dem wagen. früchen-spezifisch oder nicht spielt keine rolle, angst ist angst und bei ihr war es schon panik.


    also hab ich mich taub gestellt und getragen
    denn;


    ich habe gemerkt, dass sie sich sehr an uns orientiert.
    wenn sie in der manduca war, sie also an mir direkt dran war, spürte sie meine gefühle.
    sie hörte den bus, versank ihr köpfchen in meiner brust, merkte, dass ich keine angst hatte und schielte dann doch verstohlen eben diesen dann so aus ihrem mama-versteck doch mal an.
    (so ein baby ist ja gar nicht neugierig ;-))


    so konnte sie sicher, neugierig und geborgen diese welt kennenlernen.


    jetzt, 8 mon. später, hat sie vor fast nichts mehr angst.


    wir haben den kinderwagen aufsatz gewechselt (sportsitz), sie schaut die welt an, schaut mama an wenn sie unsicher ist, sieht mich lachen, und alles ist gut. bus, motorrad- da kratzt sie nichts mehr!


    auch die härtesten anti-trag- menschen mussten einsehen, dass das tragen doch irgendwie nicht so schlecht war. sie ist ein selbsticheres, neugieriges, charmantes und ständig flirtendes baby geworden. dazu kommt noch, dass sie nie wirklich weint. eher aufgeschlossen und eben neugierig.


    ich bin überzeugt davon, dass es das durchtragen war, weswegen sie sich so toll gemacht hat. überhaupt kein vergleich mit dem wesen, welches aus dem krankenhaus kam.


    also, trag ruhig immer und immern wann du magst. tut dem baby nur gut!
    und keine sorge, es wird dir signalisieren wenn es nicht mehr getragen werden mag.
    und das kommt von ganz alleine zusammen mit dem natürlichen drang zur selbsständigkeit.


    ok, jetzt ist sie wach, ich muss also ran.



    ps: papa-basis funktioniert auch, da er sie lang und ausgiebig mitgetragen hat. sie hat sich also an seine nähe gewöhnt. (aber bei ihm schläft sie in der manduca nicht ein, nur bei mir, warum auch immer.)