massive Schlafschwierigkeiten

  • ich weiß, das Thema schlafen ist sehr sehr oft dran, aber auch nach Durchsicht so einiger älterer Postings, konnte ich meine Situation nicht wiederfinden, daher schreibe ich doch eine Anfrage.


    Mein Sohn ist mittlerweile 2 Jahre alt (bzw 21 Monate, da Frühgeburt) hat immer noch extreme Schlafschwierigkeiten. Ich verlange überhaupt nicht, dass er durchschläft (davon sind wir soundso noch meilenweit entfernt), aber in guten Nächten weckt er mich alle 2 Stunden, in schlechten bis zu 15 Mal pro Nacht. Die schlechten Nächte haben immer mit irgendwelchen Schüben (Entwicklungs-, Wachstums- oder Zahnungsschub) zu tun, aber davon ist ja immer wieder mal was vorhanden. Aber wie gesagt, auch in den übrigen Nächten wacht er sehr sehr oft auf. Man darf nicht vergessen, dass das bedeutet, dass ich mittlerweile seit 750 Nächten nicht mehr als 2 stunden am Stück schlafe. Dazu kommt noch, dass ich alleinerziehend bin und neben einer 24 Stunden pro Tag Kinderbetreuung auch noch einen 25 Stunden die Woche Job habe. Erschwerend ist auch noch, dass er noch nicht laufen kann (hat mit der Frühgeburtsituation zu tun, dass dies verzögert passiert).
    Eine Hebamme hat mal vermutet, dass eben genau das auch zu schlechterem Schlafverhalten führt, dass er eben gewisse Entwicklungsschritte noch nicht vollzogen hat. Mag sein, dass das der Grund ist, aber ich muss auch sonst noch die Situation irgendwie verbessern.
    Ich habe das Buch "schlafen statt schreien" durchgelesen, aber keine wesentlichen Tipps für mich rausfinden können.
    Ich stille ihn noch und es reicht ihm in der Nacht meistens, dass er kurz an meiner Brust nuckelt, um wieder einzuschlafen. In manchen Nächten braucht er etwas länger und manchmal gibt es Stunden, in denen er nicht so richtig wieder in den Tiefschlaf findet. Das ist dann sehr mühsam.
    Bisher gab es 2 oder 3 Nächte, in denen er mich bloß 3 Mal geweckt hat und das 3. Mal bereits um 6 in der Früh, aber das gab es eben nur ganz selten.
    Ansonsten ist er sehr aufgeweckt und sehr gesund, ist sogar fast nie erkältet, ich weiß also nichts körperliches (bis auf immer wieder mal Zahnungsschmerzen, die sind bei ihm leider sehr heftig). Er kann zwar noch nicht laufen, krabbelt aber in großer Geschwindigkeit, kommt auch jeden Tag an die frische Luft, wird - zwar immer weniger - aber doch noch gestillt, schläft bei mir im Bett und plaudert sehr sehr viel.


    Vielleicht ist es bei ihm einfach so und ich muss damit fertig werden, aber ich dachte, dass er in seinem Alter zumindest schon mehr als 2 Stunden am Stück schlafen können muss. Hin und wieder schafft er zwar 3 Stunden, aber das ist dann maximal einmal pro Nacht.
    Bin also entsprechend fertig.
    Bin für jeden Tipp dankbar.


  • hi du,
    ich weiß nicht, welche Rolle die Frühgeburt spielt, aber ich hatte die Situation ähnlich - alleinerziehend, kaum Unterstützung und Studium, in kurzen Abständen geweckt werden und Dauernuckeln.
    Nach kurzer Zeit ging im am Stock und als ich def. nicht mehr konnte, habe ich nachts das Stillen verweigert und Kuscheln, Wasser und die Aussicht auf Stillen, wenn der Wecker klingelt (hatte ich zu der Zeit immer auf 5 Uhr gestellt) als Goodie angeboten.
    Es gab 3 Nächte mit abnehmendem Protest und seitdem schläft er von 19.30 bis mindestens 5 Uhr durch.
    Wenn Du Dich also doch fürs nächtliche Abstillen entscheidest, geb ich Dir gern noch ein paar Tipps. Meine Nächte sind jetzt geradezu traumhaft ;).

    There are only two mantras... yum and yuk. Mine is yum.

    Einmal editiert, zuletzt von Yum! ()

  • Ohje, Du Arme!


    Ganz so heftig war es bei uns nicht, aber ich muss mich Yumm anschließen, ich habe gestillt bis unser Kleiner 2 Jahre alt war, dann gingen mir die 3-4 Unterbrechungen pro Nacht so sehr an die Substanz dass ich nachts abgestillt habe. Und nach ein paar (ich glaub es waren 4-5) Nächten bei denen er dann getragen werden wolllte und zwar protestiert hat, aber es war eher ein quengeln als weinen, war das Thema durch. Nach 3-4 Wochen schlief er tatsächlich komplett 8h durch, inzwischen sind es normalerweise 12h. Ich konnte es mir vorher nicht vorstellen und habe immer gedacht das sind die Fälle in denen der Wachstumsschub zufällig in die Zeit des Abstillens fiel, aber ich denke, bei uns lag es tatsächlich am stillen.


    Ich wünsch dir ganz viel Kraft!

  • Erstmals danke für die Antworten.
    Mein Problem ist, dass ich mich ersten derzeit nicht traue, mit dem nächtlichen Stillen aufzuhören, da dann klar ist, dass ich einige Nächte gar nicht mehr schlafe und das halte ich derzeit nicht durch und zweitens bin ich mir gar nicht so sicher, ob es tatsächlich rein mit dem Stillen zu tun hat.
    Es geht ja um zwei Sachen: ums häufige aufwachen und darum dass er nicht alleine in den Schlaf zurückfindet. Letzteres hat dann mit dem Stillen zu tun, aber warum er überhaupt so oft aufwacht, ist ja für mich die Frage. Mit 3-4 Mal pro Nacht würde ich noch super zurechtkommen, wäre ja ein immenser Fortschritt zu derzeit 10-15 Mal (uns selbst in guten Nächten komme ich auf ca 6 Mal).


    Ich habe keine Ahnung, was für Gründe es noch geben könnte, vielleicht gibt es ja keine, aber ich möchte zumindest alles ausschließen, bevor ich es mit Abstillen probiere.

  • Liebe Sapirini,


    ich kann dir leider deine Frage, welche Ursachen das Schlafverhalten deines Kindes haben könnte nicht klar beantworten.
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Stillen und dem nächtlichen Aufwachen gibt. Es ist wird jedoch schwer möglich sein, abzustillen, wenn du nicht gänzlich dazu bereit bist, und das ist auch ok so – dieser Entschluss muss reifen und kann nicht auf äußeres Anraten spontan durchgezogen werden.
    Aber auch ohne Abstillen könnte es vielleicht die eine oder andere Möglichkeit eben, die Situation ein wenig zu entschärfen. Ich kann dir hier nur eine Reihe von Punkten anreißen, die mir einfallen:
    Schlafprotokoll => möglicherweise wird daraus ablesbar, welcher Schlafrythmus am ehesten angepeilt werden könnte, du könntest erheben, wieviel Schlaf dein Kleiner insgesamt in 24 Stunden braucht, und wie er seine tiefsten Schlafphasen legt. Daraus könnte man vielleicht die eine oder andere Änderung in der „Schlaforganisation“ ableiten.


    Stillen=> vielleicht könntest du versuchen, die erste(oder z.B: letzte) nächtliche Nuckelmahlzeit durch Wasser o.ä. zu ersetzen, tagsüber das Stillen reduzieren, …


    Entlastung und Ruheinseln für dich tagsüber=> Puffer nach der Arbeit, d.h. Kind nicht sofort abholen; zusätzliche Stunden bei der Tagesmutter, in denen du nicht arbeitest; gibt es in der Familie jemanden, der dich entlasten könnte? ein fixes Angebot wie z.B. Mutter-Kind Turnen/Yoga?; Kooperation mit einer anderen Mutter …


    Externe Experten=> Stillberatung ;Schlafmediziner; Homöopathische Behandlung; Cranio-Sacrale Therapie.
    Seid ihr eigentlich wegen des verspäteten Laufens in Kontakt mit einem Entwicklungspsychologen bzw. nehmt ihr Frühförderung in Anspruch? Hinsichtlich Fachberatung muss man halt sehr gut gucken, wo man wirklich in guten Händen ist, aber es wird sich bestimmt jemand finden lassen, der einen ganzheitlichen Zugang inne hat.


    Am wichtigsten fände ich in deiner Situation, erstmal ein bisschen Luft für dich zu schaffen, damit du etwas Ruhe findest, um für dich zu klären, wie du weitermachen magst. Natürlich wird sich sein Schlafrhythmus auch irgendwann von selbst einpendeln, erfahrungsgemäß kann das aber schon noch einige Zeit dauern.
    Vielleicht findest du ja unter den oben genannten Punkten etwas, womit du dich anfreunden kannst, ich wünsch dir erstmal alles Gute und würde mich freuen, wenn du dich noch mal meldest!
    :) Susanne Schrittwieser