ignorieren oder schimpfen?

  • hi, mein sohn wird im mai 4 und fordert im moment sehr meine nerven. er testet im moment extrem seine grenzen aus und ich bin etwas hin und her gerissen ob ich es ignorieren oder mit ihm schimpfen sollte. er macht so sachen wie mit dem mund vom tisch essen, oder schimpfwörter schreien. mach ich ihn darauf aufmerksam das ich das nicht mag wird es erst lustig für ihn und er macht es erst recht. der kleine bruder muss auch oft herhalten.
    was meint ihr?


    lg maria

    #male 23/05/07 #male 02/04/09


    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

  • Kenne ich sehr gut! Meine Tochter wird im Juli 4 und ist genauso unterwegs. Bei mir hilft der kloeterische Satz "Das kann schon mal passieren!" mit der dahinter liegenden Einstellung "Es kann schon mal passieren, dass man aus unvernünftigen Gründen etwas unvernünftiges tut" sehr gut.


    Je lockerer ich bleibe (oder der Papa oder meine Lebensgefährtin), desto schneller verschwindet das Phänomen. Es werden natürlich neue Dinge ausprobiert und wir sagen auch, dass wir es nicht wollen und warum. Aber danach: "Das kann schon mal passieren..." und ggf. die logischen Folgen. Zum Beispiel gemeinsames sauber machen, sobald die Lage sich beruhigt hat.


    Ansonsten: Es ist nur eine Phase #yoga #yoga #yoga

  • Ich schimpfe nicht, zumindest nicht, wenn es mir halbwegs gut geht. #augen Entweder steige ich spielerisch drauf ein (bei Schimpfwörtern kann ich nicht widerstehen und muss mitmachen :D) oder ich kommentiere es scherzhaft (z.B: "Hey, du pickst das Essen ja wie ein Huhn mit dem Schnabel"). Wenn mich die Sachen arg stören, dann bitte ich ihn einfach ruhig, es zu lassen ("Ich mag es nicht, wenn du mit dem Wasser am Tisch rumpritschelst. Geh doch ins Bad, da kannst du.") Aber klar, wenn ich genervt und gestresst bin, werd ich auch unfreundlich oder nehm die Sachen einfach weg... Die freundliche, humorvolle Variante ist mir trotzdem lieber. :) Oder einfach Augen zu und Zimmer verlassen, wenn ich keinen Nerv hab aufs Streiten/Schimpfen/Gagasein.

    mit Sohn groß (2007) und Sohn klein (2010)

  • Ich schimpfe auch nicht. (Bin aber auch gerade in Elternzeit ohne Streß durch Beruf ;))


    Schimpfwörter finde ich persönlich nicht schlimm. (ehrlich gesagt finde ich kreatives farbiges Fluchen toll. Schimpfwörter haben mich in anderen Sprachen immer sehr interessiert) Ich weise mitunter daraufhin, dass andere Menschen sich daran stören könnten, das wars aber schon. Wir sind hier aber noch mit 3.5 in der Kacke-Phase, dh. evtl. wurde bisher nur noch nicht meine Grenze erreicht.


    Tischmanieren sind eher unser Thema. Ich zeige, wie Erwachsene essen (oder Schulkinder - ist gerade das große Vorbild) und betone, dass ich das gut finde. Nur mit dem Mund essen, wäre ja mal einen Versuch wert zum Ausprobieren.
    Wir hatten hier ne Weile das Thema Fuß aufm Tisch. So etwas stört mich. Kind wurde gebeten, dass zu lassen mit der Konsequenz Picknick auf dem Boden neben uns. Oder wir setzen uns alle runter.


    Ich mache hier auch die Erfahrung, dass Lockerheit erst gar nicht zu Spannungen führt.


    Gruß
    Pony

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Zitat

    Original von süßer Käferer testet im moment extrem seine grenzen aus


    Er testet deine Grenzen aus ;), wenn es überhaupt ums Grenzen testen geht, das weiß ich natürlich nicht. Ich habe als Kind und später auch als Mutter mit meinen Kindern #schäm probiert wie eine Katze zu trinken, ohne Hände und Besteck zu essen kenne ich von Geburtstagsspielen, das macht einfach Spaß. Im Teenageralter habe ich gerne provokativ das Messer abgeleckt, weil mir nicht klar ist, warum man Löffel und Gabeln zum essen in den Mund nimmt, das Messer aber nicht. Diese Beispiele zeigen, dass es nicht immer ums Grenzen austesten geht. Ich würde ihn beim vom Tisch essen fragen, warum er das macht. Manchmal haben Kinder ganz faszinierende Erklärungen für ihr "unangepasstes Verhalten".


    Wenn es um Grenzen geht, gibt es für mich kein schwarz/weiß, schimpfen/ignorieren. Du kannst dich fragen, wo deine Grenzen sind. Stört es dich, wenn er Schimpfwörte für sich ausspricht? Stören dich manche Schimpfwörter besonders? Stört es dich, wenn er dich beschimpft? Stört es dich wenn er seine Schimpfwörter im Kinderzimmer ausprobiert? Stört es dich nur, wenn andere Menschen dabei sind, weil dir das peinlich ist?
    Wenn meine Kinder an meine Grenzen stoßen, dann sage und begründe ich es. Ich mag z.B. nicht wenn ich "blöde Kuh" genannt werde, nur weil ein Kind gerade schlechte Laune hat, wenn ich in einem Streit so genannt werde, liegt es meist daran, dass ich vorher unfair reagiert habe, dann ist es okay, obwohl mir konkrete Kritik an meinem Verhalten lieber ist. Allgemeines Rumgeschimpfe mit Schimpfwörter halte ich aus, wenn ich gerade aber unter Druck stehe, erkläre ich das und bitte darum in einem anderen Zimmer weiterzufluchen. Wörter wie z.B. Schl... finde ich sehr unangenehm und möchte sie nicht hören, wenn ein Kind die Bedeutung nicht kennt, erkläre ich es. Wenn ich guter Stimmung bin, rede ich ruhig darüber was mich nervt und was die Gründe sind, wenn ich angespannt bin, ist auch meine Reaktion angespannter usw...

  • Bei uns gibt es 1x die Woche "Schweinchentag". Da darf alles mit den Händengegessen werden.
    An den anderen Tagen möchte ich dann aber schon, daß das Besteck genommen wird. Funktionniert auch ganz gut.

    liebe Grüße
    adriela


    Gott trägt dein Bild in seiner Brieftasche. (Tony Campolo)

  • Hallo, Maria!


    Im Grunde sind beide Alternativen nicht besonders gut geeignet, um deinem Kind zu zeigen, worum es dir geht – um deine eigene Grenze nämlich bzw. um die des kleinen Bruders, dessen Grenze du stellvertretend für ihn ziehen musst.


    Zuerst einmal muss dein Kind klar gesagt bekommen, dass es da an eine Grenze stößt. Ich erlebe oft, dass Eltern das so zu ihren Kindern sagen, dass es nicht verwunderlich ist, dass diese das nicht ernst nehmen. Ich meine nicht, dass man unfreundlich werden oder gar schreien muss – auf keinen Fall. Aber Inhalt und „Verpackung“ müssen zusammen passen. Es macht keinen Sinn, dass zigmal zu wiederholen. Sinnvoll ist es dann, durch dein Verhalten zu zeigen, dass du es ernst meinst. Wenn du keine Schimpfwörter hören möchtest, verlässt du den Raum. Wenn du ein bestimmtes Verhalten bei Tisch möchtest, mach es deutlich.


    Aber – und das ist das Wichtigste – nimm Dein Kind ernst. Zum Beispiel, indem du ihm vorschlägst, dass es Tage gibt, an denen ihr wie die Räuber essen könnt. Auch mit den Schimpfwörtern lässt sich so verfahren.


    Dein Kind hat grade einen Autonomieschub und will sich behaupten und seine Vorstellungen durchsetzen. Das ist ein großer Schritt für ein Kind in seinem Alter und daher ist es wichtig, Kompromisse zu finden und ihn auch immer wieder gewinnen zu lassen in Auseinandersetzungen. Fatal wäre, wenn ein Kind in dieser Phase verinnerlicht: ich bin machtlos und kann gar nichts ausrichten.


    Ein Punkt noch: Änderungen im Verhalten dauern etwas, das ist bei Kindern eher noch stärker der Fall als bei Erwachsenen. Lass dich deshalb nicht entmutigen, wenn es eine Weile dauert, bis bei deinem Kind ankommt, dass du es ernst meinst und dass du wirklich etwas ändern willst.


    Wenn du magst, lies doch noch mal hier nach Brauchen Kinder Grenzen?
    Alles Gute!

  • Unser ißt eigentlich ganz manierlich,oft mit Händen(2 1/2Jahre) aber genauso oft mit Besteck(Gabel/Löffel)und was mich stört,das er manchmal das Essen um sich wirft.Er wird ermahnt,dann geschimpft und als dritte Ermahnung das Essen weggenommen.Er bekommt es wieder und wirft auch nicht mehr.Schimpgwörter wie sch**** kennt er leider und nutzt es auch(zu Hause).Anfangs haben wir gesagt das wir es nicht hören möchten bzw er das nicht sagen soll-mit Freuden kamen ganze Salven.Seitdem wir es ignorieren-nicht mehr.
    Aber ich denke auch mal,das man als Eltern für sich die Grenze klar haben sollte und auch den kindern deutlich machen sollte wo sie überschritten wird.Auch das gibt dem kind Sicherheit.Und niemand möchte mit einem Kind an einem Tisch sitzen das sich "unappetitlich"benimmt.Aber Schimpfen macht es nicht besser.

  • Zitat

    Original von süßer Käfer
    hi, mein sohn wird im mai 4 und testet im moment extrem seine grenzen aus
    ich bin etwas hin und her gerissen ob ich es ignorieren oder mit ihm schimpfen sollte.
    was meint ihr?


    lg maria


    liebe maria
    es ist ganz normal das sie das tun! im ganz jungen alter erfassen die gehirnzellen doch auch alles über den mund und die zunge... wenn dann irgendwann die hände gehen wie sie sollen, dann ändert sich das. aber mit 4 darf man das noch tun.
    glaub mir, da kommt noch viiiiiiel mehr!
    und die schimpfwörter? hey, der kindergarten und die schule bieten soooo unendlich viele neue möglichkeiten... wie soll man da das zuhause nicht weitergeben dürfen. im kindergarten haben noch 15 andere kinder über dieses wort gelacht! warum zuhause keiner lacht, müssen sie erst lernen.
    ich kenn da ein spiel, wenn du auch schlimme wörter sagst !! aber nicht soooo schlimme!!! sondern nur einfach mal mit ihm rumalbern - du keks-kröten-hunde-aa
    oder pferde-popel-marmeladenbrot
    das macht spass und bleibt dann was für euch - und zwar ohne das jemand aufmerksamkeit für schlechtes bekommt!
    hier gibts auch noch ne tolle seite, wo es jede menge tipps gibt, schau mal rein:
    http://www.familie-und-tipps.de/Kinder/Baby/


    also, im großen und ganzen würd ich sagen - sag ihm, das man das nicht machen soll und dann drehst du dich um und machst was anderes. wäsche aufhängen oder so. verstehst du? nicht ignorieren, sondern ein statement setzen und nicht schimpfen.
    liebe grüße
    knuddel dich - du bist nicht allein!!! *glaub mir* ;)

  • was würdet ihr bei folgender Situation tun: Sohnemann popelt und schmiert es mir hinten dran. Wenn ich weggehe folgt er und schmiert es dran. Wenn ich schimpfe (weil ich das megaeklig finde) scheint es ihn nicht zu interessieren. Gleiches mit schmutzigen Händen / schmutzigem Mund. Weggehen hilft nicht. Schimpfen hilft nicht. Vernünftig reden hilft nicht. Laut....sehr laut werden... #schäm hilft auch nicht. Das nervt mich grad tierisch und ich komm da nicht so recht weiter.


    Ach so, er wird in 3 Monaten vier Jahre alt.