Zucker-Belastungstest

  • Hallo,


    ich würde gerne einmal wissen, wie du zu dem Zucker-Belastungstest in der Schwangerschaft stehst. Ich habe ihn demnächst vor mir und frage mich, ob es wirklich notwendig ist ihn zu machen. (Eine Gestose könnte ja auch eine Woche danach auftreten und erst einmal unentdeckt bleiben) Damm frage ich mich, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gäbe eine Gestose herauszufinden? Durch Urinsticks vielleicht? Außerdem wüsste ich gerne, ob dieser Test auch gemacht wird, wenn ich mich nur durch eine Hebamme in der Schwangerschaft betreuen lassen würde.
    Herzlichen Dank für die Antwort und liebe Grüße

  • Zitat

    Original von Schneeglöckchen
    Außerdem wüsste ich gerne, ob dieser Test auch gemacht wird, wenn ich mich nur durch eine Hebamme in der Schwangerschaft betreuen lassen würde.


    Das sollte auch Deine Hebamme können. Wenn Du aber nicht willst, musst Du den Test auch bei Deiner FÄ nicht machen. Solche Sachen werden nicht einfach "gemacht". Du hast ein Recht, diese Untersuchungen abzulehnen.


    Katrin

  • Äh, eine Gestose wird doch nicht mit einem Zuckerbelastungstest nachgewiesen?
    Meintest du etwa einen Gestationsdiabetes?


    Auch wenn ich keine Fachfrau bin, finde ich persönlich den Zuckerbelastungstest eine gute und wichtige Sache. Ein Gestationsdiabetes tut nicht weh, so dass man ihn nicht gleich merkt, wirkt sich aber sehr negativ auf das Ungeborene aus.

    Immer noch klein, aber die Power ist abhanden gekommen.


    Der frühe Vogel kann mich mal.

  • Hallo,


    ich möchte dir kurz antworten, auch wenn ich keine Expertin bin, aber ich habe einen insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes.


    Bei mir war es so, dass im Urin kein Zucker nachweisbar war, mein Kind laut Ultraschall aber 1,5 Wochen mit der Größe voraus war. Mein letztes Kind hatte 4200g.


    Zum Test musst du nüchtern kommen, es wir Blut abgenommen, dann musst du eine bestimmte Menge Glukoselösung trinken. Nach ein, bzw. zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen.


    Ich bin nicht wirklich ein Fan von IGEL Leistungen, aber ich denke der Zuckerbelastungstest macht Sinn, denn ein unentdeckter Schwangerschaftsdiabetes kann schon unliebsame bis böse Konsequenzen haben.


    Mein Zucker ist jetzt gut eingestellt, damit minimieren sich die Risiken laut Arzt praktisch auf die einer normalen Schangerschaft .


    Viele Grüße !

  • Hallo,


    mich würde auch interessieren, welche Folgen eine Schwangerschaftsdiabetes für das Kind hat.
    Bei meiner ersten Schwnagerschaft bestand der Verdacht, da das Kind sehr groß war (5365g bei der Geburt). Ein Zuckerbelastungstest hatte aber kein Ergebnis gebracht.
    In dieser Schwangerschaft soll ich gleich 3 Tests machen. Einen jetzt gleich am Anfang und dann später noch zwei.
    Da mir aber kotzübel ist und ich das Zuckerwasser nicht runterkriege, hoffe ich mal im Moment das Beste. Was kann bei einer unentdeckten Diabetes passieren?


    LG
    Wonne

  • Bei einem unbehandelten Schwangeschaftsdiabetes besteht zum einen besteht die Gefahr, dass das Kind nach der Geburt stark unterzuckert, da es im Mutterlaib staendig mit hohen Blutzuckerwerten leben muss und selber viel Insulin bildet, um ihn zu kontrollieren und nach der Geburt dann ploetzliche der hohe Blutzucker weg ist, aber weiterhin vermehrt Insulin gebildet wird.
    Dann gibt es noch die Gefahr des unverhaeltnissmaessigen Groessenwachstum durch die staendige Ueberzuckerung, d.h. die Schulter werden breiter als der Kopf.


    Zusaetzlich besteht noch die Gefahr, einer vorzeitigen Plazentaverkalkung.


    Ich persoenlich finde den Glucosetoleranztest einen der wichtigsten Test in der Schwangerschaft und vor allem einen mit geringen Nutzen, denn wie oben geschrieben, birgt ein nicht erkannter Schwangerschaftsdiabetes viele Risiken, laesst sich aber recht einfach behandeln.

  • meines Wissens kann das Kind sehr groß werden, das es durch den erhöhten Blutzucker zu viel Energie geliefert bekommt und es kann dann nach der Geburt zu Anpassungsschwierigkeiten kommen. Die Größe wurde ja schon erwähnt.


    Ich hab in der ersten Schwangerschaft 3 "richtige" oGTTs gemacht und einen beim Gyn :S
    Im Moment muss ich schon beim Gedanken daran würgen, daher drücke ich mich gerade davor, indem ich zwischendurch meinen BZ zu Hause messe. Bzw. Tagesprotokolle anfertige (aber nicht jeden Tag). Wenn ich aber keine "bösen" Süßigkeiten wie Kekse esse, sind die Werte im Rahmen.


    Hoffe das bleibt so ;)

    lg Amicelli


    mit Midi 12/08 und Mini 09/11

  • Ich hab den Test zu Hause gemacht, weil wir hier ein Blutzuckermessgerät haben und ich keine Lust hatte, dafür so lange im Wartezimmer zu sitzen. Die Zuckerlösung gibt es fertig in der Apotheke zu kaufen. Da war, glaube ich, sogar eine Anleitung dabei. Mein Arzt fand das völlig OK.

    • Offizieller Beitrag

    oder man erstellt einfach mal über eine Woche hinweg ein Tagesprofil. Messgeräte können in der Apotheke ausgeliehen werden und der Arzt oder die Hebamme können auswerten.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Ich fand den Test eine echte Quälerei und da mir davon so übel wurde, war er letztendlich nicht mal aussagekräftig.


    Bei der zweiten Schwangerschaft habe ich den gar nicht mehr in Erwägung gezogen.


    Katrin

  • Zitat

    Original von Kalliope
    oder man erstellt einfach mal über eine Woche hinweg ein Tagesprofil. Messgeräte können in der Apotheke ausgeliehen werden und der Arzt oder die Hebamme können auswerten.


    das finde ich die bessere Variante udn vor allem die schonendere Variante.


    Ich persönlich finde es zuviel, auf einen Kreislauf der schon auf Hochtouren läuft, nochmal nen ordentlichen Klopper draufzuhauen. Und 50g Glucose sidn ne ganze Menge.


    Und mit einem BZTP kann man auch genau sehen was los ist. Es würden sogar 2-3 Tage reichen. 3x über den Tag verteilt piksen gut ist. Wenn was auffällig ist, dann pikst man nochmal nach. (die BZ-Grenzwerte sind ja auch kein Geheimnis)

  • Vielen vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!


    Ich bin auch der Meinung, dass ein Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen werden muss und finde die Lösung die Kalliope vorgeschlagen hat am besten. Mir ist nämlich dauernd übel und ich finde es auch nicht gut so viel Zucker zu mir zu nehmen. Außerdem halte ich es für gut, wenn man nicht nur an einem Stichtag in der Schwangerschaft diesen Test macht, denn es könnte ja auch theoretisch 2 Wochen nach dem Test ein Schwangerschaftsdiabetes entstehen.


    Ich frage mich allerdings, ob so ein Tagesprofil wirklich aussagekräftig ist. Auf Wikipedia steht z.B. dass der Schwangerschaftsdiabetes nur durch den oralen Glukosetoleranztest nachgewiesen werden kann. Ginge es so einfach, würde der Frauenarzt vermutlich einfach so regelmäßig den BZ kontrollieren oder?

  • Bei mir wurde Schwangerschaftdiabetes diagnostiziert und ich musste auch Insulin spritzen.


    Da brach für mich erst mal eine Welt zusammen, denn das hieß nach drei Geburtshausgeburten plötzlich Krankenhaus.


    Als dann beim Baby (nach einer trotz Krankenhaus ganz tollen Geburt) die ersten beiden Blutzuckermessungen in Ordnung waren, habe ich mich auf eigenen Wunsch entlassen.


    Sowohl die Hebamme als auch der Kinderarzt, kamen dann nach Hause und haben in den nächsten Tagen den Blutzuckerwert des Babies weiter kontrolliert.


    Und so würde ich es wieder machen.

  • Wie ihr schon gemerkt habt wird der Belastungstest/OGTT in sehr unterschiedlichen Varianten durchgeführt. Und genau das scheint das Problem zu sein.
    Das zu wenige Diabeteserkrankungen in der SWS festgestellt werden, darin ist man sich einig.
    Aber um sie zu diagnostizieren gibt es unterschiedliche Empfehlungen.
    Es sind sowohl die Grenzwerte unterschiedlich als auch die Durchführung an sich.
    Kontrollen mit mobilem Gerät oder im Labor? 50 oder 100g Glucose? Warztezeit mit Sitzen verbringen oder ist Bewegung inOrdnung?


    Und letztendlich ist auch noch nicht klar, ob eine Feststellung der Erkrankung wirklich zu einer besseren Gesundheit von Mutter un Kind führt. Habe dazu gerade eine Studie gelesen.


    Also fällt eine Antwort hier leider sehr unbefriedigend aus. Sorry


    Lg Astrid

  • Liebe Astrid, hast du evtl. den Link zur besagten Studie noch für mich?

    "The planet does not need more successful people. But, it does desperately need more peacemakers, healers, restorers, storytellers and lovers of every kind [...] to make the world habitable and humane." (David Orr)

  • Schneeglöckchen,


    der oGTT ist ein sogenannter Schnelltest. Der kann in der 28. SSW negativ sein, was nicht heißt, das in der 34.SSW nicht doch ein evtl. leichter Gestationsdiabetes da ist.


    Warum werden keine Tagesprofile gemacht:
    Zum einen weil sich dann die Ärzte keinen goldenen Nase dran verdienen können zwecks Abrechnung mit der KK.


    Zum anderen weil die KK es problematisch sehen jede Schwangere mit einem Meßgerät udn den Sticks zu versorgen. Allerdings sehe ich das Problem so nicht, ist aber ein anderes Thema.


    Das Tagesprofil sit meiner Ansicht nach genauso aussagekräftig wie ein oGTT wenn nicht sogar besser.


    Als ich gelernt habe, wurde der oGTT grad in die Verbannung geschickt, weil er als veraltet udn zu sehr belastend eingestuft wurde. Nicht wenige Menschen sidn einfach umgekippt und haben dieser Belastung kreislaufmäßig nicht standgehalten.
    Unsere Meßgeräte sidn heute richtig gut, so das ein einfacher piks in den Finger auch zu HAsue aussagekräftig ist.


    Was ich sehr kristisch sehe, ist, was Astrid schon ansprach. Es gibt keine Standards. Das alleine ist für mich schon ein Ausschlußkriterium.


    Jeder macht was er denkt, jeder Arzt hat andere Meßwertgrenzen. Mal nimmt man 50 g mal 100g Glukose etc.


    Meiner Meinung nach gehört ein oGTT niemals in die Hände eines Gyn. Sondern in die erfahrenen Hände eines Diabetologen, der sich idealerweise auf Gestationsdiabetes spezialisiert hat.


    Ich geh ja auch nicht zum Diabetologen wenn ich ne Mastitis habe ;)


    Astrid, die Studie würde mich auch interessieresn. Vielen Dank

  • ich hatte zum glück nur diätetisch geführten ssw-diabetes.


    Zitat

    Original von josiane


    Zum anderen weil die KK es problematisch sehen jede Schwangere mit einem Meßgerät udn den Sticks zu versorgen. Allerdings sehe ich das Problem so nicht, ist aber ein anderes Thema.


    kann ich bestätigen. ich habe kurz vor der geburt (3 1/2 wochen zu früh) noch ne neu ladung lanzetten und messstreifen bekommen. Danach angerufen, was ich nun damit machen soll.."das dürfen sie ruhig behalten. da können sie ja immer wieder mal testen, wie sich ihre werte verhalten..". ich habe nun also 100 lanzetten und messtreifen inkl nem messgerät hier..dachte eigentlich, zumindest das gerät is nur ne leihgabe..



    genau das! ich hab (beim gyn) 75mg bekommen und es wurde nur der stundenwert kontrolliert. der war dann grenzwertig und ich bin zum diabetologen. dort hatte ich die wahl, den test "ordentlich" zu wiederholen oder gleich mit diät und messen anzufangen.
    naja..beim nächsten mal bin ich schlauer..:)
    auch: interesse an der studie!