Probleme nach nächtlichem Abstillen

  • Liebe Denise und ggf. andere,


    Ich brauche mal einen Rat… Wir haben unseren Sohn (knapp 17 Monate) vor etwa sechs Wochen nachts abgestillt. Ich war einfach am Ende meiner Kräfte (arbeite wieder Vollzeit). Mein Mann schläft seitdem bei dem Kleinen, ich im Nebenraum. Er wird einschlafgestillt von mir, ab danach ist mein Mann zuständig. Bis zum morgendlichen Stillfrühstück, zu dem ich dann wieder rüberkomme.


    Es klappte einige Wochen ganz wunderbar – was ich nie zu träumen gewagt hatte. Der Spatz schlief sogar oft durch. Gestillt wurde dann meist gegen sechs oder frühestens halb sechs. Manchmal blieben wir dann wach, manchmal schlief er noch mal ein (nach langem Nuckeln). So. Seit ca. zwei Wochen ist aber absolut der Wurm drin. Ich bin unausgeschlafener als zuvor…


    Denn plötzlich wird mein Sohn ab drei oder vier wach und schreit und schreit und ruft immer herzzerreißend „Mama!“. Mein Mann bekommt ihn quasi nicht oder nur mühsam nach langer Zeit beruhigt (woraufhin er nach kurzer Zeit wieder aufwacht und schreit). Also gehe ich schon eher rüber und wechsle mich mit meinem Mann ab, meist gegen vier etwa. Und ohne Stillen beruhigt Söhnchen sich auch bei mir nicht. Er ist dann völlig außer sich, ruft "Mama" und "Tinken" (Trinken) und grabscht nach meiner Brust. Und dann stillt und stillt und stillt er… Nuckelt, nuckelt… Wir sind zwar beide dabei hundemüde, aber er schläft einfach nicht wieder ein! Und ich kann auch nicht dabei schlafen, zumal er ständige Seitenwechsel fordert ("Ande!" - heißt "andere Seite").


    Das Ende vom Lied ist, dass er meist dann gegen sechs doch noch mal einschläft – für mich ist es aber dann schon fast Zeit zum Aufstehen. Also bin ich quasi ab um drei oder um vier wach und schleppe mich durch den Tag. Zuerst dachten wir, das sei mal ne Ausnahme, aber nun hält es eben schon seit zwei Wochen an.


    Ich bin total ratlos. Was ist da los? Wieso klappte alles zuerst so super und jetzt ohne äußeren Anlass plötzlich nicht mehr? Satt sollte er sein, er isst und trinkt tagsüber und abends ausreichend. Wasser lehnt er als Alternative nachts komplett ab. Er wirkt regelrecht mama- und brust-gierig. Was sollen wir tun? Ich überlege hin und her, finde aber keine Lösung.


    Soll ich wieder neben ihm schlafen statt meinem Mann? Ist es einfach eine vorübergehende Phase der wiedergekehrten Mama-Anhänglichkeit? Sollen wir weitermachen wie bisher oder etwas verändern? Ich fürchte, wenn ich wieder neben ihm schlafe, zerrt und schreit er noch öfter und wir sind schnell wieder beim stündlichen Stillen angelangt... #confused Ach, ich weiß auch nicht. Fühle mich einerseits so schlecht dabei, denke aber andererseits auch manchmal "da muss er nun durch, bloß nicht wieder alles einreißen lassen". Soll ich morgens konsequent erst ab halb sechs zu ihm gehen? Oder ist das grausam? Ihr seht, ich bin irgendwie hilflos.


    Habt ihr/hast Du irgendwelche Ideen??? Ich wäre sehr, sehr dankbar!


    Viele liebe Grüße,
    Mascha.

  • Liebe Mascha,


    ich habe jetzt lange nachgedacht und denke, das Problem ist nicht das Abstillen in der Nacht als solches.


    Wenn der Abstillprozess bei einem Kind von Seiten der Mutter iniitiert wird (was absolut legitim ist!), dann ist es wichtig, dass das Kind sich ganz sicher sein kann, dass ihm zwar die Brust entzogen bzw. zu bestimmten Zeiten vorenthalten wird, nicht aber die Liebe, Zuwendung und Geborgenheit durch die Mutter. Und das könnte der Knackpunkt bei euch sein: Dein Kind brauch die Sicherheit, dass Du weiter für es da bist, für es greifbar und erreichbar. Nicht der körperliche Hunger ist das Problem, sondern das Bedürfnis deines Kindes nach DIR.


    Ich weiß, dass es sehr schwer sein kann, dem Kind die Brust zu verweigern und seinen Schmerz und seinen Widerstand, den es diesem Vorhaben der Mutter/Eltern entgegenbringt zu ertragen, aber es ist wichtig, diesen Schmerz anzuerkennen und mitzutragen und dem Kind zu vermitteln, dass 1. sich die Mutter in ihrer Entscheidung absolut sicher ist und 2. die Mutter ihr Kind noch genau so liebt und für es da ist, wie zuvor.


    Liebe Grüße
    Denise