Anzeige gegen den Schwimmlehrer, wie findet ihr das?

  • ich finde es wichtig, dass du reagierst. vor allem beim schwimmlehrer direkt, je nach seiner reaktion zudem bei den verantwortlichen/vorgesetzten.


    und natürlich, dass du deiner tochter vermittelst, dass da was falsch gelaufen ist. für sie wäre natürlich am hilfreichsten gewesen, wenn du ihr in der situation beigestanden hättest. im nachhinein darüber zu reden bringt aber auf jeden fall auch was :)


    den schwimmlehrer anzuzeigen würde hingegen _mir_ allerdings nicht im traum einfallen. meinen ganzen bekanntenkreis vor dem kurs zu warnen hingegen schon. aber das ist vielleicht kulturspezifisch, dass ich eher aufs direkte gespräch setze als auf den rechtsweg #weissnicht

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

  • Johanna, ich hab Bremag so verstanden, daß damit die Gefahr besteht, u.U. wegen übler Nachrede und Verleumdung belangt werden zu können.

    "Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, man kann sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen". (von unbekannt, aber ich find's extrem zutreffend)

  • hängt es nicht davon ab, wie die "warnung" aussieht? für eine verurteilung wegen übler nachrede braucht es meines wissens mehr als die beschreibung des geschehens, wie sie hier steht (und wofür es ja zeugInnen gibt). und die ist völlig ausreichend als abschreckung.

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

  • So schrecklich wie Johanna habe ich jetzt nicht gedacht, aber an eine Menge Ärger, ja. Üble Nachrede usw. muss schon sehr krasse Formen annehmen, damit man wirklich rechtlich belangt wird (ich musste mich da gerade vor Kurzem Rechtsberaten lassen wegen der Schule #augen :S) aber ich meine eben, dass es Ärger gibt. Da es von vielen anderen Eltern tolleriert wird, ist es eher ein Wunder, wenn da Einsicht statt findet. Im schlimmsten Fall steht der Schwimmlehrer vor ihr und geigt ihr die Meinung.


    Der Schwimmlehrer hat gegen ein Grundgesetz verstoßen. Obs was bringt ihn anzuzeigen ist noch eine andere Frage, es zu tun find ich richtig.


    Dem Kind würde ich schon sagen, dass niemand mit ihr so umgehen darf, aber über die Anzeige vorerst nichts.

  • Ich würde auch nichts über die ANzeige sagen, denn über den Ausgang wirst du im allgemeinen nicht informiert. Es sei denn es geht vor Gericht.


    Ich hatte das in einer anderen Situation bei meinen großen Kindern auch so ähnlich. Das war ein Kioskbesitzer der meinen Sohn geschlagen hat udn meiner Tochter Schläge angedroht hat. Ich habe Anzeige erstattet, aber was passiert ist, habe ich nie erfahren.


    Aber allein schon die Genugtuung zu wissen, das bei dem die Polizei auf der Matte stand, war ein gutes Gefühl.
    Scheint auch gewirkt zu haben, denn der war plötzlich stinkfreundlich zu jedem

  • Zitat

    Original von josiane
    Ich würde auch nichts über die ANzeige sagen, denn über den Ausgang wirst du im allgemeinen nicht informiert. Es sei denn es geht vor Gericht.


    Ich hatte das in einer anderen Situation bei meinen großen Kindern auch so ähnlich. Das war ein Kioskbesitzer der meinen Sohn geschlagen hat udn meiner Tochter Schläge angedroht hat. Ich habe Anzeige erstattet, aber was passiert ist, habe ich nie erfahren.


    Das ist definitiv nict ok! Verletze (bzw Du als gesetzliche Vertreterin) hast ein Recht, den Ausgang zu erfahren. In dem Fall mit dem Schwimmlehrer macht die Anzeige allerdings wenig Sinn. Das Kind ist nicht verletzt worden und er hatte wohl auch keinen Vorsatz

  • Harte Geschichte, deine arme Tochter. Kann mir aber leider vorstellen, dass es vielen Kindern so geht, womöglich die Eltern gar nichts davon mitbekommen. Abgesehen davon, dass die Kinder da noch mehr Angst bekommen, können sie davon auch ein Trauma bekommen.

  • Zitat

    Original von Europa
    In dem Fall mit dem Schwimmlehrer macht die Anzeige allerdings wenig Sinn. Das Kind ist nicht verletzt worden und er hatte wohl auch keinen Vorsatz


    Selbst wenn keine Verletzung da ist, dann ist es doch vermutlich immer noch Nötigung oder sowas. Stellt euch doch mal dieselbeSituatin mit einem Erwachsenen vor. Da würde doch auch keiner sagen: Schon ok, wenn man den gewaltsam untertaucht.


    Ich finde eine Anzeige völlig richtig. Und ich glaube, ich würde meiner Tochter das dann auch erzählen. Und wenn die Anzeige dann eingestellt wird, würde ich ihr erklären, dass das für den Mnn trotzdem erstmal ein vermutlich ein ziemlicher Schreck war, angezeigt zu werden.

  • Europa: ich dachte da jetzt auf das Grundrecht der Kinder ohne Gewalt und seelische Misshandlungen erzogen zu werden. Gilt das im Schwimmunterricht nicht?


    ich kenne es auch so, dass man über den Ausgang einer Anzeige informiert wird.

  • Nicht falsch verstehen: Ich finde es auch schlimm! Ich denke halt nur es ist keine Strafvorschrift verletzt (und nur das verfolgt die Staatsanwaltschaft). Das Grundrecht auf gewaltfreie Erziehnung kannst DU ja nicht zur Anzeige bringen..

  • Zitat

    Original von Europa
    Das Grundrecht auf gewaltfreie Erziehnung kannst DU ja nicht zur Anzeige bringen.


    Aber doch wohl das Grundrecht auf physische und psychische Unversehrtheit - das verfolgt die Polizei doch tagtäglich schon von Rechts wegen. #gruebel Die Mutter wäre quasi nur die Zeugin.


    Außerdem KANN der Vorfall auch als Missbrauch der Macht über Schutzbefohlene gedeutet werden. Für jemanden, der beruflich genau in dieser Ecke arbeitet, sollte das zumindest eine Abmahnung bedeuten, die ihm - wenn es schon nicht sein gesunder Menschenverstand schafft - klar macht, dass er sowas nie wieder tun darf und es falsch ist.


    Weiter verfolgen würde ich das Ganze aber auch. Ob die Anzeige selbst erfolgreich sein wird, weiß ich nicht, aber da würde ich auf unser Rechtssystem vertrauen, dass das Resultat zumindest nicht heißen wird, dass alles so okay war.

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Zitat

    Original von Sosh

    Zitat

    Original von Europa
    Das Grundrecht auf gewaltfreie Erziehnung kannst DU ja nicht zur Anzeige bringen.


    Aber doch wohl das Grundrecht auf physische und psychische Unversehrtheit - das verfolgt die Polizei doch tagtäglich schon von Rechts wegen. #gruebel


    Nee, die Polizei verfolgt überhaupt keine Grundrechte sondern nur Straftaten z.B. Körperverletzungen und ob eine Handlung eine Straftat darstellt, bestimmt sich nach dem Strafrecht...


    google mal nach "Körperverletzung StGb oder Misshandlung von Schutzbefohlenen". Da wirst Du sehen, dass die Voraussetzungen da recht hoch sind.

  • Für mich wäre das irrelevant ob es nun strafrechtliche Konsequenzen hat oder nicht.


    Selbst wenn alles fallengelassen wird (was ich persönlich für recht realistischt halte), ist doch egal, hauptsache er sieht so geht es nicht.

  • Zitat

    Original von Luzy
    Für mich wäre das irrelevant ob es nun strafrechtliche Konsequenzen hat oder nicht.


    Selbst wenn alles fallengelassen wird (was ich persönlich für recht realistischt halte), ist doch egal, hauptsache er sieht so geht es nicht.


    Das wollte ich mit meinem letzten Absatz auch ausdrücken.


    Der Staat muss doch von Amts wegen die Verletzung der Grundrechte auf psychische und physische Unversehrtheit verfolgen, wenn er davon Kenntnisse erlangt - dachte ich jedenfalls! Die Maßstäbe dafür sind dann wiederum im StGB, bzw. die Auslegungen der "dehnbaren" Rechtsbegriffe durch die Rechtssprechung selbst geregelt. Hab's wohl zu knapp ausgedrückt, gebe ich zu. ;)

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Ich finde das Verhalten des Mannes auch schlimm und hätte sicher ein ordentliches Fass aufgemacht.
    Aber ob ich ihn angezeigt hätte, bezweifel ich für mich.


    Ich denke in dieser Beziehung gerne mal weiter. Bei einem Schwimmlehrer kenne ich die Voraussetzungen zur Qualifikation nicht, die ihn dazu berechtigen würde. Ich kanns nur aus eigener Erfahrung sagen. Bei uns war der Schwimmverein und es waren Vereinsmitglieder, die den Schwimmkurs abhielten. Alles auf ehrenamtlicher Basis.


    Wie eben in so vielen Vereinen die meisten Leute, die Kurse anbieten, auf ehrenamtlicher Basis arbeiten und kaum je eine pädagogische Ausbildung haben. Wenn nun diese Leute bei Vergehen angezeigt würden (ich sags noch mal deutlich, ich finde es schlimm, wie der Mann sich verhalten hat), gäbe es bald keine Leute mehr, die Kurse anbieten oder abhalten. Für mich stimmt das Maß dabei nicht.


    Gruß

    Kokosnuss, Ehe-Nuss
    2 Nüsse, 1 Nüssin (02/02), drei Lady-Nüsse (`82, `84, `85)
    Enkelnuss (09/10) und Hundenuss (06/10)
    ---------------------------------------------------------
    Durchaus zufrieden mit leichter Verblödung

  • Hier bei uns machen das auschließlich ausgebildete Schwimmlehrer. Selbst in den Schwimmkursen vom DLRG müssen das ausgebildete Leute machen und nicht irgendwelche Vereinsmitglieder. Ich bin ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen, daß das kein irgendwie geprüfter und ausgebildeter Schwimmlehrer war.

    "Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, man kann sie kostenlos nutzen. Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen". (von unbekannt, aber ich find's extrem zutreffend)

  • Monstermama, wahrscheinlich war es bei uns auch ein geprüfter Schwimmlehrer, der sich aus dem Verein heraus weiter gebildet hatte. Ich kannte ihn halt vom Verein.
    Ändert ja aber im Grunde nichts daran, dass wohl kaum ein Pädagogikkurs in der Ausbildung drin ist, oder?


    Wir haben übrigens den Kurs geschmissen, weil auch irgendwann einfach der Druck kam, zu dem unsere Kinder nicht bereit waren. Seine eigene Tochter war auch im Kurs und die hat das halt mitgemacht. Unsere haben gestreikt. Allerdings haben wir dann auch deutlich gemacht, was wir davon halten.


    Ich frage mich bei der Thematik einfach, wo das Menschliche dabei bleibt. Wenn ich drüber nachdenke, dass der allergrößte Druck beim Schwimmen für eins meiner Kinder in der Schule kam, so dass wir ihn schlussendlich per Attest freistellen ließen, hätte ich da die Lehrerin anzeigen sollen?
    Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass man heute zu schnell mit Polizei und Anzeigen bei der Sache ist und verlernt hat, zu reden. Und das nicht nur mit solchen Kursleitern, sondern auch mit anderen Eltern. Die meisten, die bei so einem Verhalten ihren Kindern gegenüber stillhalten, tun dies meines Erachtens aus Unsicherheit und nicht, weil sie gauben, so müsste man mit Kindern umgehen.


    Aber das soll nun auch kein Vorwurf an den Threadstarter sein. Ist einfach nur mein Gedankengang. Das löste bei mir irgendwie Bedenken aus, die ich nicht so gut formulieren kann.


    Gruß

    Kokosnuss, Ehe-Nuss
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