Stillen bei Gaumenspalte, ich bin so unglücklich.

  • Hallo,


    ich bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen bevor ich zu meiner Frage komme. Ich bin 30 Jahre alt , verheiratet und Mutter von 4 bezaubernden Kindern. Meine Kleinste ist 14 Wochen alt und um sie geht es auch. Sie war eine sehr schöne, schmerzarme Geburt und ich habe sie gleich nach der Geburt angelegt. Da habe ich schon gemerkt das irgendetwas anders ist. Ich war ja schon stillerfahren, mein Kind zuvor hatte ich 16 Monate gestillt. Ich habe mir aber noch keine Gedanken gemacht- für mich war klar es wird gestillt und eine Alternative dazu gibt es nicht. Kind war augenscheinlich gesund (war ja im KH entbunden und dort untersucht) und so versuchte ich immer sobald sie wach wurde anzulegen- das klappte nicht wirklich, sie saugte einfach nicht bzw dockte garnicht wirklich an. Ich "kämpfte" die ganze Nacht alleine mit ihr -ohne Erfolg- und am nächsten Tag gingen wir nach Hause. Ich hatte nur im Kopf das es dann schon besser wird. Meine Hebammme (und Freundin) kam und am 4ten Tag nach der Geburt schlug sie dann Alarm denn die Kleine hatte nun fast 20 % ! KG verloren- wir also zum Arzt - der meinte AZ super wir sollen uns keine Sorgen machen das klappt schon. Also wieder nach Hause, und dann als sie weinte habe ich bewusst (mir war es schon vorher aufgefallen) die Spalte in Ihrem Gaumen gesehen- ich hatte noch keine Ahnung was das sein soll. Also wieder zum Arzt und dann die Diagnose: isolierte Gaumenspalte. Super! Mein armes kleines Mädchen KONNTE also garnicht trinken, sie kann null Unterdruck erzeugen. An diesem Tag bekam sie dann erstmal Pre nahrung zum sattwerden per Fingerfeeder und ich widmete mich von diesem Moment an für nun 13 Wochen der schnell ausgeliehenden medela Symphony. Jeden Tag pumpte ich von nun an 7 mal/ 24h, d.h. tagsüber alle 3 Std. und 1 mal Nachts (am Anfang sogar 2mal). Das war super anstrengend (immerhin habe ich 4 Kinder) aber ich habe es gerne gemacht,ich wollte ja das mein Baby die Muttermilch bekommt und ich hatte vor allem ein Ziel vor AUgen. Mit 13 Wochen wurde die Kleine operiert, der Weichgaumen verschlossen- alles super und das stillen klappte am 2 Tag post OP richtig gut und dann der Schock- die Nähte waren aufgegangen! Alle Quälerei der OP für mein Mädchen umsonst und stillen natürlich auch nicht mehr möglich. Und nun sitze ich hier und heule während ich das schreibe- mir ist das stillen so wichtig und ausgerechnet das klppt nicht. Ich habe das abpumpen schon im KH nach der OP aufgehört (sie trank ja an der Brust) und ich kann das auch nicht weiter durchhalten (meiner Familie zuliebe, es bestimmt zu stark den Alltag. Jetzt bekommt sie den Habermann (Special Needs von medela) mal mit Pre mal mit Muttermilch aus meinem Pumpvorrat, damit ich nicht aprupt umstellen muss wenn die aufgebraucht sind. Die nächste OP ist erst im Oktober- dann ist sie 9 Monate alt. Ich hadere so sehr- denke daran sie dann vielleicht doch noch stillen zu können, dann aber müßte ich ja relaktieren. Hätte es überhaupt Sinn, bestünde Hoffnung das das klappt? Zu allem Überfluss verweigert sie seit 2 Tagen ausdrücklich die Brust, vorher hat sie immer noch das was alleine ablief getrunken. Ich versteh das nicht. Ich bin so unendlich traurig und weiß nicht was ich machen soll. Mein Mann, meine Mutter, Freundin ja sogar meine Hebamme die nun wiorklich mehr als Stillfreundlich ist meinen es ist ban der Zeit zu trauern und dann abzuschließen. ABer ich kann und will auch irgendwie nicht. Ich schäme mich sogar ihr die Flasche zu geben, fühle mich unnütz so ersetzbar. Bitte gib mir einen Rat und es tut mir wirklich leid das es so lang geworden ist, aber das kurz zu schildern war mir nicht möglich.


    LG Tess

  • Liebe Tess,


    eine wirklich schwierige Situation, in der Du und auch deine Familie da stecken und ich fürchte auch ich kann dir keine Patentlösung bieten.


    Auf keinen Fall musst Du dich jedoch dafür schämen, dass dein Kind mit der Flasche ernährt wird. Es gibt Situationen, in denen das was geschieht und getan werden muss einfach nicht in unserer Macht steht und auch wenn es uns weh tut und wir es nicht so wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass diese Situation nun so ist, wie sie ist. Du bist weder unnütz noch unersetzbar, denn so wichtig und gut Stillen und Muttermilch auch sind, daran lässt sich niemals die Qualität einer Frau als Mutter festmachen!


    Márta Guóth Gumberger hat hierzu einen aus meiner Sicht schönen Text verfasst, vielleicht magst Du ihn einmal lesen http://www.stillkinder.de/klappt_nicht.html.


    Ob Du nun auf (geringem Niveau) weiterhin pumpst oder nicht, kannst nur Du alleine entscheiden, nur Du kannst beurteilen, für was Du deine Kraft und deine Zeit nutzen magst und was für dich und deine Familie das Beste ist und wenn Du in dich hineinhörst (vielleicht findest Du ja ein paar ruhige Minuten, in denen Du deine Gedanken und Gefühle sortieren kannst), wirst Du selbst merken, welcher Weg für dich und deine Familie richtig sein wird.


    Liebe Grüße
    Denise