Tandemstillen bei geringem Altersabstand

  • Liebe Denise,


    bis zur Geburt meines dritten Kindes im Dezember ist noch Zeit, ich mache mir allerdings schon so meine Gedanken und habe gleich mehrere Fragen.


    Meine Große wurde recht lange gestillt, fast drei Jahre. Dann, in der Schwangerschaft mit dem Kleinen ging die Milch zurück und das Stillen wurde für mich schmerzhaft. Das Abstillen war recht problemlos.


    Zwischen den beiden kleinen werden nur 18 Monate Altersabstand liegen. Ich kann mir im Augenblick schwer vorstellen, den Kleinen vorher abzustillen. Wenn, dann müsste ich das mit spätestens 16 Monaten tun, damit er das Stillen bis zur Geburt des Geschwisters vergisst - oder ist das zu knapp?


    Wenn ich mich entscheiden sollte/ es so kommt, dass ich beide Kinder stille, worauf muss ich dann achten? Kann ich die Kinder beide immer nach Bedarf stillen oder besteht dann Gefahr, dass das Kleine zu wenig bekommt?


    Ich würde auf jeden Fall gerne versuchen, meinen Sohn mit etwa einem Jahr oder etwas später nachts abzustillen. Er trinkt allerdings im Moment noch ziemlich große Menge nachts (er wird bald 11 Monate) und isst nicht unbedingt sehr viel tagsüber.
    Ist es ratsam, das nächtliche Abstillen "kurz und schmerzlos" zu machen? Oder es auszuschleichen? Reicht es, nachts Wasser als Ersatz anzubieten? Oder soll ich es mit Milch versuchen? Ab wann "braucht" ein Kind tatsächlich nachts keine Nahrung mehr?


    Beste Grüße von Anna

  • Liebe Anna-Maria,


    ob Du dein Kind nun im Verlauf der Schwangerschaft abstillen magst oder nicht, ist etwas, was nur Du selbst, nach deinem Gefühl und deiner Familiensituation entscheiden kannst. Möglicherweise stillt sich dein Kleiner auch selbst ab, da er die mit der Schwangerschaft einhergehenden Veränderungen der Milch nicht mag.


    Tandemstillen ist keine so schwierige oder komplizierte Wissenschaft, wie manche Menschen denken.


    Die Milchbildung richtet sich immer nach dem jüngsten gestillten Kind und deshalb wird nun auch wieder Kolostrum gebildet. Der Milcheinschuss verläuft beim Tandemstillen in vielen Fällen sehr viel sanfter. Sollte es doch heftiger werden, dann ist das ältere Kind oftmals eine sehr große Hilfe.


    Wenn dein dann „Großes“ nur mehr gelegentlich trinkt, musst Du nichts Besonderes beachten. Trinkt es allerdings noch recht häufig (oder will es nach der Geburt plötzlich wieder deutlich häufiger trinken), dann empfiehlt es sich, dass Du dem Baby den Vorrang einräumst und es zuerst anlegst. Es ist aber auch möglich beide Kinder gleichzeitig anzulegen. Die Milchmenge wird sich auf den Bedarf der beiden Kinder einstellen.


    Im Normalfall müssen auch keine besonderen Regeln wegen der Hygiene eingehalten werden. Außer bei einer Soorinfektion oder wirklich hochinfektiösen Erkrankungen, genügt die normale Körperhygiene und die Kinder können auch wechselseitig an beiden Brüsten gestillt werden.


    Kolostrum wirkt abführend. Deshalb kann es vorkommen, dass dein Großes - vor allem, wenn es noch recht viel stillt - einen etwas loseren Stuhl bekommen kann.


    Und vielleicht legst Du dich in deinen Vorstellungen, wie das weitere Stillen oder ein eventuelles Tandemstillen verlaufen soll nicht zu sehr fest, sondern bleibst einfach offen, für das, was passieren wird.


    Liebe Grüße
    Denise

  • Liebe Denise,


    danke für deine Ratschläge bezüglich des Tandemstillens.


    Ich werde es jetzt erst einmal auf mich zu kommen lassen, wie sich das Stillen in den nächsten Monaten der Schwangerschaft entwickelt.


    Ich würde mich freuen, wenn du auch auf meine Fragen zum nächtlichen Abstillen kurz eingehen würdest.



    Liebe Grüße von Anna-Maria