Kigafrust-Eingewöhnung und Wechsel Erzieherin

  • Hallo Ihr Lieben,


    es wird leider sehr lang, aber ich hoffe trotzdem, es hält jemand durch und kann mir Tipps geben :)


    Ich brauche mal dringend Input. Meine Tochter hat Anfang April im Kiga angefangen, zuvor war sie bereits zwei Vormittage die Woche in einer Spielgruppe. Der Kiga hat ein offenes Konzept, mein Sohn geht auch seit drei Jahren dorthin, bisher war alles ganz problemlos. Es gibt drei altersgemischte Morgenkreise (3-6 Jahre), Turnen findet in Altersgruppen statt, der Mittagskreis wird von allen Kindern gemeinsam gemacht. Die Kinder von 4 Monaten bis knapp drei Jahren sind in gesonderten Räumen untergebracht. Die ErzieherInnen sind alle ganz nett, nur eine, die immer oberpampig ist, ist nicht so mein Fall, aber man kann sich ja nicht mit allen gut verstehen ;-).


    Meine Tochter wurde dem „roten“ Morgenkreis zugeteilt, die Erzieherin war ganz neu (seit März) und war für eine eingesprungen, die schwanger wurde und sofortiges Beschäftigungsverbot bekam. Die Eingewöhnung in der ersten Woche hat super geklappt, Theresa fand ihre Kreiserzieherin total nett. Die zweite und dritte Woche ging Theresa dann schon alleine bis mittags in den Kiga. Nachmittags war sie geschafft, aber ich habe auch nichts Aufregendes mit den Kindern dann gemacht. Aber zu meinen Eltern nachmittags ohne mich wollte sie dann plötzlich nicht mehr (das machen wir regelmäßig einmal die Woche). Ich kann auch nicht mehr z. B. in den Keller gehen, Müll rausbringen etc., sie will auf jeden Fall mit. Alleine bei Papa bleiben will sie auch nicht. Alles gut und schön, das muss sich ja auch erstmal einspielen, obwohl ich die Reaktion etwas zu heftig finde, aber ich wollte nun erstmal gucken, wie sich das entwickelt.


    Dann die erste Maiwoche: sie wollte partout nicht mehr in den Kiga. Nun war es so, dass ihre Kreiserzieherin erst zum Morgenkreis beginnt zu arbeiten, wir waren immer etwas früher da und ich habe sie im Bastelraum abgeben, das hatte bisher immer geklappt, nun wollte sie aber nicht mehr. Sie hat sich regelrecht an mich geklammert. Ich habe sie trotzdem der Erzieherin übergeben, da ich darauf vertraue, dass sie anrufen. Man sagte mir beim Abholen, sie hätte sich sofort beruhigt und normal dann gespielt. Das ging dann eine Woche so, ich musste sie in der Zeit auch mal in einem anderen Raum abgeben, da die Erzieherin aus dem Bastelraum zum Arzt war.


    Diese Woche haben wir eine andere Strategie gefahren, da ich mit der vorigen Woche nicht glücklich war. Wir haben morgens auf die Kreiserzieherin gewartet und Theresa ist problemlos mit ihr mitgegangen, und ich war dienstags entsprechend erleichtert. Letzte Woche wurde bekannt, dass die Erzieherin, für die die neue Kreiserzieherin zur Schwangerschaftsvertretung eingestellt wurde, leider ihr Kind verloren hat (was natürlich wahnsinnig traurig ist). Tja, und am Dienstag wurde der Kreiserzieherin dann mitgeteilt, dass Donnerstag ihr letzter Arbeitstag ist, da sie ihren Resturlaub nehmen muss. Die alte Erzieherin wird zum 1.6. wiederkommen.
    Für Theresa und mich ne doofe Situation. Die Leiterin hat mich sofort zu sich gerufen und Bescheid gegeben. Klar ist, dass es für Theresa nicht sinnvoll ist, in dem Kreis zu bleiben, da unklar ist, wie die alte Erzieherin ins Berufsleben zurückfinden wird. Bleiben zwei Kreise übrig. In dem einen ist mein Sohn, die Erzieherin finde ich gut (die vom Bastelraum). Der andere Kreis ist von der Erzieherin, wo ich meine Kinder ungern hingeben würde. Ich habe also angedeutet, dass ich mir dann vorstellen könnte, dass Theresa in die Gruppe wechseln könnte, wo mein Sohn ist (der blaue Kreis). Die Leiterin meinte, sie wolle da mit den anderen drüber sprechen. Die nächsten drei Wochen werden eh keine einzelnen Morgenkreise stattfinden, die werden alle zusammengelegt, bis dass die alte Erzieherin wieder da ist.


    Nun komme ich aber erst zu dem eigentlichen Problem: Gestern wollte mich dann die Erzieherin sprechen, die für mich nicht in Frage kommt. Sie hätten halt gesprochen und es wäre so, dass sie mir anbieten könnten, dass Theresa zu ihr in den grünen Kreis käme. Ich hab direkt gesagt, dass man mir aber doch gestern signalisiert hätte, das Theresa in den blauen könnte. Nein, das ginge aus verschiedenen Gründen nicht. Zum einen wäre das doof für meinen Sohn. Ich sagte, es handelt sich hier um zwei Monate, wo die beiden zusammen wäre. Diese beiden Monate wären aber total wichtig. Zum anderen wäre der blaue Kreis schon voll und da wären schon viele jüngere Kinder. Ich habe der guten Frau erklärt, dass es mir in erster Linie darum geht, dass Theresa eine Bezugsperson hat. Sie muss morgens beim Ankommen jemanden haben, der sie annimmt, und das muss jemand sein, dem sie vertraut. Und es sollte derjenige sein, der dann auch den Kreis macht, damit sie da nicht noch innerhalb von zwanzig Minuten wieder die Person wechseln muss. Sie meinte dann, das ginge nicht, das würde ja überhaupt nicht dem Konzept entsprechen und überhaupt, wie solle das denn gehen, wenn die andere Erzieherin dann mal auf Fortbildung ginge. Ich habe ihr gesagt, dass es hier schließlich um eine begrenzte Zeit von Wochen oder wenigen Monaten ginge und nicht um Jahre. Ich soll mir das halt mal durch den Kopf gehen lassen, aber sie würde nicht versuchen, die Theresa an sich zu binden.


    Kotz.


    Leider weiss ich bislang noch nicht, wie die Erzieherin aus dem blauen Kreis dazu steht. Ob sie als Bezugsperson zur Verfügung stehen würde oder nicht. Aber bei der aus dem grünen Kreis habe ich ein schlechtes Gefühl, und das würde sich mit Sicherheit auf Theresa übertragen, aber ich kann bei der nicht darauf vertrauen, dass sie sich entsprechend um Theresa kümmert. Nicht falsch verstehen: Theresa braucht jemand zum Ankommen, sitzt vielleicht auch im Morgenkreis dann gerne neben der Erzieherin, dampft aber dann ab und spielt, sie braucht also keinen, der sich da die ganze Zeit kümmert. Hätte sie eine Spielkameradin, würde ihr das Ankommen auch leichter fallen. Aber das hat sich bisher noch nicht ergeben, sie spielt mit allen.


    Ist das wirklich so ein abwegiger Wunsch, dass ich gerne meine Tochter anfangs einer festen Person übergeben möchte? Und wieso sollte das mit dem offenen Konzept nicht zusammen passen?


    Ich sehe für uns eigentlich derzeit nur zwei Möglichkeiten:
    1. Sie darf in den blauen Kreis, in den nächsten Wochen bleibe ich halt solange im Kiga, wie sie es braucht.
    2. Sie kann nicht in den blauen Kreis. Ich nehme sie raus bis nach den Ferien und fange dann neu mit ihr in ihrem bisherigen Kreis mit der alten Erzieherin an.
    Der grüne Kreis kommt nicht in Frage.


    Weitere Anregungen, Ideen? Bin etwas ratlos zur Zeit.


    Liebe Grüße,
    Sonja

    Tigerente mit Junge (5/2005), Mädchen (02/2008) und Mädchen (07/2015)


    "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Hermann Hesse

  • Ich würde mit der Leiterin sprechen, in ruhe. Sie um einen Termin bitten, damit sie das nicht zwischenschieben muss. Und ihr sagen, dass der Start für deine Tochter ja nun leider unglücklich war, dass es ihr (und dir) helfen würde, wenn sie in den blauen Kreis geht. Dass es eben auch einfacher für sie wäre, ihren Bruder da zu haben. Und dass das Ganze an sich kein Problem ist mit der Geschwisterbeziehung, beim offenen Konzept hat er ja genügend Möglichkeiten, auf Distanz zu gehen, wenn es ihm zu viel wird.
    Ob die Herausnahme wirklich besser ist als der grüne Kreis, weiß ich nicht. Beides kann gut klappen, beides kann ein Schuss nach hinten sein. Aber ich glaube, ich habe das Problem auch noch nicht ganz verstanden. Hast du einfach Schwierigkeiten mit der Erzieherin oder hat deine Tochter offensichtlich ein eigenes Problem mit ihr? Wenn ersteres, würde ich zur Not den grünen Kreis nehmen. Es sind zwei Wochen und es ist eine Stunde. Das offene Konzept hat ja wiederum auch den Vorteil, dass deine Tochter sich anders orientieren kann.
    Meine war (mit offenem Konzept, aber es gab nicht nur die Kreise, sondern Bezugsgruppen) bei einer Erzieherin, die ich furchtbar fand. Ich habe dann auf einen Wechsel bestanden. Meine Tochter kam zurecht, aber ich hatte einfach kein gutes Gefühl. Sie hat nach einem Jahr dann gewechselt, das ging gut. So etwas wäre für euch ja auch eine Option.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Hallo,


    wenn Theresa in den grünen Kreis käme, dann für die nächsten drei Jahre, ein Wechsel ist nicht mehr vorgesehen. Theresa braucht jetzt am Anfang eine Bezugsperson, das sollte sinnigerweise ihre Kreiserzieherin sein und das hat ja dann mit der bisherigen auch gut geklappt. Die Erzieherin vom grünen Kreis weigert sich jedoch als solche zu fungieren (das hat sie mir im letzten Gespräch zwei Mal gesagt). Und damit habe ich natürlich ein ungutes Gefühl, was sich mit Sicherheit auch auf das Kind übertragen würde. Ich könnte sie morgens nicht guten Gewissens bei dieser Erzieherin abgeben.


    Ja, ich werde am Montag mit der Leiterin sprechen und kann nur hoffen, dass meine Tochter in zwei Wochen in den blauen Kreis darf und sich jemand im Kiga findet, der Theresa anfangs "ein bisschen an die Hand nimmt". Was mich halt auch besonders gestört hat, war die Reaktion der Erzieherin vom grünen Kreis, dass ich mir da was besonders Abstruses vorstellen würde, dass sich doch tatsächlich eine bestimmte Person am Anfang meiner Tochter annimmt.



    Liebe Grüße,
    Sonja

    Tigerente mit Junge (5/2005), Mädchen (02/2008) und Mädchen (07/2015)


    "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Hermann Hesse

  • Zitat

    Original von tigerente
    Theresa braucht jetzt am Anfang eine Bezugsperson, das sollte sinnigerweise ihre Kreiserzieherin sein und das hat ja dann mit der bisherigen auch gut geklappt. Die Erzieherin vom grünen Kreis weigert sich jedoch als solche zu fungieren (das hat sie mir im letzten Gespräch zwei Mal gesagt). Und damit habe ich natürlich ein ungutes Gefühl, was sich mit Sicherheit auch auf das Kind übertragen würde. Ich könnte sie morgens nicht guten Gewissens bei dieser Erzieherin abgeben.


    Und das würde ich beim Gespräch klar sagen. Vor allem, da ich den Eindruck hatte, dass deine Tochter eine Art Beziehung auch zu der Erzieherin aus dem blauen Kreis entwickelt hat (das war doch die Basteltante, oder?). Damit würde ich dann argumentieren, dass sie eine von ihr akzeptierte Person als Bezugsperson braucht.


    LG

    • Offizieller Beitrag

    liebe Tigerente,


    das ist euer gutes recht das einzufordern, was eure tochter bei der eingewöhnung braucht: eine feste bezugsperson. das muss auch beim offenen konzept zu leisten sein. hoffentlich kommt sie in die blaue gruppe. auch wenn die erzieherin von der grünen gruppe deinem wunsch nachkommt, weil evtl. die leiterin nach eurem gespräch dies "einordnet", wäre ich sehr skeptisch, ob es dann wirklich klappt.

  • Zitat

    Original von fibula
    liebe Tigerente,


    das ist euer gutes recht das einzufordern, was eure tochter bei der eingewöhnung braucht: eine feste bezugsperson. das muss auch beim offenen konzept zu leisten sein. hoffentlich kommt sie in die blaue gruppe. auch wenn die erzieherin von der grünen gruppe deinem wunsch nachkommt, weil evtl. die leiterin nach eurem gespräch dies "einordnet", wäre ich sehr skeptisch, ob es dann wirklich klappt.


    Nein, liebe fibula und Tigerente.
    Leider ist das im offenen Konzept überhaupt nicht vorgesehen. Die Vorteile dieses Konzepts liegen in anderen Bereichen, aber eben nicht in der Beziehung zwischen Kind und Erzieher. Das kann also keine Forderung sein.
    Es gibt sicher viele Erzieherinnen, die trotzdem eine Bindung aufbauen (möchten), aber der Hintergund ist dann eher die persönliche Überzeugung der Erzieherin.


    Viele Grüße

    »Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.«


    Christian Morgenstern

    • Offizieller Beitrag

    hab auch nicht geschrieben, dass es im offenen konzept vorgesehen ist sondern auch da zu leisten sein sollte. wenn ein neues kind die feste bezugsperson braucht, soll kiga drauf eingehen. wenn das kind eingewöht ist, steht auch ihm die vorteile dieses konzeptes offen. was soll den mit kindern geschehen, die wie tigerentes tochter ohne feste bezugsperson nicht ankommen können? es handelt sich um eingewöhnung, also auf eine bestimmte zeit.


    bei uns ist das mitbringen des spielzeug inkl kuscheltiere bis auf spielzeugtag (1x im monat) verboten. bei der eingewöhnungsphase wird aber eine ausnahme gemacht.

  • Hm, das ich das in dem Sinne nicht einfordern kann, wenn man sich da strikt an Konzepte und Vorschriften hält, müsste ich wohl akzeptieren. ABER: wenn man sich da so strikt gegen weigert, hat das meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass das Konzept das so vorsieht, sondern eine Verhaltensweise, die ich bei einem Erzieher nicht erwarten würde und auch völlig fehl am Platz sehe - ich halte das ehrlich gesagt für selbstverständlich, dem Kind entsprechend in der Eingewöhnung entgegen zu kommen.


    Meine Freundin hat auch lange als Erzieherin gearbeitet, auch in einem offenen Konzept. Bei ihnen im Kiga war es völlig natürlich, den neuen Kindern Bezugspersonen zu ermöglichen.


    Ich denke, dass sich meine Tochter dann auch von alleine löst und sich dann flexibel auf andere ErzieherInnen einstellen kann, wenn sie richtig und gut eingewöhnt ist, sie war ja auch die letzen Wochen nicht die ganze Zeit bei ihrer Kreiserzieherin. Aber direkt am Anfang? Und dann noch mit der Situation, dass die Erzieherin, die für sie eine Bezugsperson darstellte, nun nicht mehr da ist? Dat is doch alles Kappes!


    Bin gespannt, was sie mir morgen anbieten werden. Ich werde berichten.


    Liebe Grüße,
    Sonja

    Tigerente mit Junge (5/2005), Mädchen (02/2008) und Mädchen (07/2015)


    "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Hermann Hesse

  • So, hab heut mit der Leiterin gesprochen. Die wusste überhaupt nix von dem Gespräch mit der Erzieherin vom grünen Kreis #sauer. Über diese Dame werden wir dann noch ein gesondertes Gespräch führen, wir wollten jetzt erstmal eine gangbare Lösung für Theresa finden. Und siehe da: sie ist nun im gelben Kreis ;). Im gelben Kreis sind die Kinder von 2-3 Jahren, die noch in dem gesonderten Bereich im Kiga untergebracht sind, aber in gewisse andere Räume schon rein dürfen. Diese Kinder werden dann nach den Sommerferien auf die drei anderen Kreise verteilt und sind dann erst komplett mit den anderen großen Kindern zusammen (Theresa wird dann wieder in ihren alten roten Kreis zurückkehren). Und das Schöne daran ist: Die Kreiserzieherin vom gelben Kreis ist die Alleroberbeste (die hatte Benjamin auch damals in seinem ersten Kigajahr)! Und: sie hat sich nach dem Kreis einzig und allein um Theresa gekümmert. Und sie hat auch mein Problem ernst genommen, dass Theresa zwar im Kiga so fröhlich alles mitmacht, aber zu Hause so dermaßen klammert, dass ich es mir nicht erklären kann. So wird Theresa nun die erste Zeit nach der Eingewöhnung nicht immer bis 12 in den Kiga gehen, sondern ich hole sie dann früher ab, damit die Trennungszeit für sie nicht so lange ist.


    Ich bin natürlich wahnsinnig erleichtert, dass sich das nun alles so entwickelt, aber auf diese eine Erzieherin hab ich echt "so`n Hals".


    Liebe Grüße,
    Sonja

    Tigerente mit Junge (5/2005), Mädchen (02/2008) und Mädchen (07/2015)


    "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Hermann Hesse

  • Es freut mich zu hören, dass es sich toll entwickelt hat. Es scheint wirklich so, dass der Kiga Interesse zeigt, deiner Tochter helfen zu wollen. Die Geschichte mit der "grünen Tante" wurde ich aber nicht ruhen lassen, da ist Gesprächbedarf und die Leiterin soll wissen, was da hinter ihrem Rücken gemacht wird.


    LG