Stillen für Anfänger :-)

  • Hallo,
    ich bin ganz neu hier und hoffe meine Frage passt hier her. Ich bekomme in den nächsten Tagen mein erster Kind und ich mache mir schon die ganze Zeit Gedanken zum thema Stillen. Seit ich schwanger bin, habe ich EXTREM schmerzhafte Brüste, so wie sonst vor der Mens. Es ist manchmal kaum auszuhalten. Jeder BH, jede Berührung schmerzt. Die Brust ist ingesamt um fast zwei Körbchengrößen gewachsen.
    Mir ist es sehr, sehr wichtig mein Baby zu stillen, aber ich habe sehr bammel davor, dass es nicht klappen könnte, da ja meine Brust jetzt schon, ohne kleinen Nuckler so sehr schmerzt.
    Hatte das eventuell auch jemand anderer von Euch? Und wenn ja, ging das Stillen dann gut? Könnte der Schmerz nach der Geburt auch einfach weg sein?


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    Rubinchen

  • Keine Sorge! War bei mir auch so und jetzt klappt´s prima mit dem Stillen.


    Klar, die ersten Tage hat das ganze noch so´n bissel was von Schraubstock #pinch, aber das legt sich.


    Mittlerweile könnte mir sogar ein Brustwarzenpiercing nichts mehr ausmachen. ;)

  • Oh Danke Deedee, das beruhigt mich sehr! Gerne beiße ich nach der Geburt noch ein paar Tage, wenn es sein muss auch ein paar Wochen, die Zähne zusammen. Aber irgendwann hätte ich dann doch gerne wieder eine schmerzfreie Brust :)

  • Ich kann dir auch sagen, dass das irgendwann besser wird. Ich war schon vor der Schwangerschaft sehr empfindlich an den Brustwarzen, wehe mein Mann hat da mal vorsichtig dran gezogen! Nach der Geburt waren die dann natürlich sehr schnell sehr wund. Ich konnte anfangs nur mit sehr doll Zähne zusammenbeißen stillen. Dann hatte ich auch noch viele Probleme mit Milchstaus. Aber es hat sich alles irgendwann gegeben.


    Eine Seite war allerdings so schlimm, dass ich die 2 Monate lang nur gepumpt hab, damit sie heilen kann. Es hat mir zwar eigentlich jeder davon abgeraten, aber für mich war das DIE Lösung. Seitdem alles abgeheilt ist, stille ich mit großer Begeisterung, kann mir auch noch gar nicht vorstellen, abzustillen.


    Also, halte durch, auch wenn es lange dauert bis es schön wird. Es lohnt sich wirklich.

  • huhu,


    nach der Geburt wirst Du ja betreut. Entweder im Krankenhaus und/oder zu Hause von einer Hebamme. Die weiß was zu tun ist und kann Dir elfen, dass Du möglichst bald schmerzfrei stillen kannst. Es gibt da auch so eine Salbe aus Wollfett, die hab ich bekommen. Die ist super, und die kann auch vom Baby ruhig abgenuckelt werden. Außerdem ist Muttermilch schön pflegend.


    Bei mir hat das Stillen am Anfang weh getan und ich hatte auch wunde Brustwarzen aber mit der Zeit gibt sich das und das Würmche lernt ja auch bald richtig zu saugen.


    Viele Grüße

  • Ich würde dir empfehlen, möglich ruhig und gelassen an die Sache ranzugehen, aber gleichzeitig einige "Vorkehrungen" zu treffen.


    Zu den Vorkehrungen gehört, dass du dich selber mit dem Thema Stillen auseinandersetzt.
    Also lesen!
    Besonders über Irrümer und Ammenmärchen sollte man aufgeklärt sein, da es einen sonst evt. verunsichert.


    Hier auf der Rabenwebsite (http://www.rabeneltern.org/ind…w=section&id=13&Itemid=67)
    http://www.uebersstillen.org
    http://www.afs-stillen.de --> Puplikationen


    Außerdem solltest du dir merken, dass es Stillberaterinnen gibt (afs-stillen.de lalecheliga.de, und bdl-stillen.de).
    Nicht alle Hebammen sind auf dem neuesten Stand bzgl. des Stillens.


    Empfehlenswerte Literatur: "Das Handbuch für die Stillende Mutter" von der LaLecheLiga. Zwar etwas teurer, aber aus meiner Sicht das Beste für einen Laien, was es derzeit gibt.


    Stillen und Arzneimittel/med. Behandlungen/OPs/Narkosen:
    Es gibt für fast alle Medikamente stillverträgliche Alternativen! Die rote Liste und die Beipackzettel sind dahingehend NICHT aussagekräftig"
    Dazu muss man sich leider teilweise gegen Ärzte durchsetzen, aber das lohnt sich! Informieren können sich die Ärzte da:
    http://www.embryotox.de
    http://www.reprotox.de
    Beim, zweiteren Link kann man auch als Privatperson anrufen.
    Bei Embryotox gibt es außerdem eine Medikamentendatenbank mit den gängigen Mitteln, in der man selber Nachlesen kann. Außerdem bringen sie ein Buch zur Medikamentation in SchwScha und Stillzeit heraus -> das sollte sich jeder Arzt zulegen (persönlich Meinung)


    Stillen bei Narkose:
    http://www.afs-stillen.de/uplo…emittel-Lokalanaesthetika
    Stillen nach Kaiserschnitt:
    http://www.afs-stillen.de/uplo…FB-2010-Kaiserschnitt.pdf


    Brustprobleme/wunde Brustwarzen
    Richtiges Anlegen zeigen lassen! Falls du im KH entbindest gezielt nach Stillberaterin fragen! Nicht abwimmeln lassen!
    Gegen wunde Brustwarzen hilft Lanolin (gibts teilweise auch im KH - fragen) und Wolle/Seideeinlagen.


    Ein paar Sachen im Schnelldurchlauf:

    • Den Gewichtsverlauf wird deine Hebamme bei den Besuchen während des Wochenbetts überprüfen - mach dich bitte nicht verrückt mit wiegen o.ä. Schau dein Baby an, stille es nach Bedarf und guck nur, ob genügend nasse Windeln und es rosig und aufgeweckt ist.
      (Nachsorgehebamme, falls du noch keine hast: http://www.hebammensuche.de)
    • Die Gewichtszunahme eines Neugebornen ist _nicht_ liniear. Sollte aber 100..125 g pro Woche im Durchschnitt betragen.
    • Nach der Geburt nehmen die Kinder meist erstmal etwas ab. Das ist normal, darf aber nicht zu viel sein (7-10% wird als normal angesehen).
    • Es ist normal, dass ein Kind die ersten 1-3 Tage fast nichts zu sich nimmt - Glukoselösung oder zufüttern weil "da kommt ja nichts raus" sind nicht stillförderlich!
    • Grundsätzlich ist ausschließliches Stillen nach Bedarf das Mittel der Wahl. Das heißt, das zeit und abstand sich nach dem Kind richten und keine anderen Dinge (Wasser, Tee, etc.) gegeben werden.
    • Richtiges Anlegen ist das A-und-O! Falls da bedenken oder Probleme bestehen, such dir frühzeitig Hilfe! Denn eine wunde oder verletzte Brust aufgrund falscher Anlege- oder Saugtechnik beim Kind ist schmerzhaft und evt. langwierig.
    • Die Milch die du bildest ist und bleibt Milch, egal, wie alt dein Baby ist, oder wie oft es trinkt! (Die Milch bleibt nicht auf einmal weg oder wird Wasser!)



    Grüße
    Martina

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Ich möchte ergänzen:


    Falls du im KH entbindest, sag zeitnah an, dass du weder zufuettern noch SCHNULLER möchtest.
    Manche Kinder reagieren sehr sensibel mit einer Stillverwirrung und trinken nicht mehr an der Brust.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Huhu!


    Schließe mich Mmmartina und soulfire vollkommen an! Wunde BW sind übrigens nicht normal, zumindest nicht für längere Zeit (ob sie überhaupt normal sind, da gibt es verschiedene Expertenmeinungen ...) Stillen tut nicht weh, wenn doch,dann muss irgendwas geändert werden. Richtiges Anlegen ist das A und O, oft bekommt man es in der Klinik nicht richtig gezeigt und es ist nicht genug Zeit und Geduld da, um es Dir immer wieder zu zeigen. Fordere es ein, wenn dem so ist und kontaktiere eine Stillberaterin.


    Wenn aus irgendwelhcen Gründen das Stillen nicht gleich klappt, dann gib auf keinen Fall die Flasche (egal, ob mit Mumi oder anderem), sondern bestehe auf einen Fingerfeeder oder Becherfütterung und wieder die Stillberaterin ...


    Die Leseempfehlungen kann ich auch nur unterschreiben. Wenn ich nachher noch mal Zeit haben sollte, suche ich noch einen Link zum richtigen Anlegen raus, nun ruft mein Kind ...


    Grüße von Dreifachmama

  • Ich möchte noch hinzufügen, dass frau auch mit Flach-, Hohl- und Schlupfwarzen ohne Hütchen direkt an der Brust stillen kann. Ebenso sollte man sich nicht von "zu kleiner/großer Brust(warze)" verunsichern lassen.

    Falls ich klein im Telegramstil schreibe, dann hab ich gerade nur eine Hand frei.

  • Zitat

    Original von jabberwocky
    huhu,
    nach der Geburt wirst Du ja betreut. Entweder im Krankenhaus und/oder zu Hause von einer Hebamme. Die weiß was zu tun ist und kann Dir elfen, dass Du möglichst bald schmerzfrei stillen kannst.


    Au, da möchte ich zumindest im KH aus eigener Erfahrung zu Vorsicht raten!
    Wo ich entbunden habe, war die Stillberatung eine Katastrophe und hätte ohne besseres Vorwissen auf meiner Seite wohl zum schnellen Abstillen geführt!


    Aber ich will mich anschließen.
    Bei Maus hatte ich anfangs ganz böse wunde BW, lag am falschen Anlegen und Saugverwirrung, war SCHLAGARTIG weg, als wir den Dreh raushatten.


    Beim Fröschchen, mit mehr Erfahrung und ganz klaren Ansagen im KH (keine Trennung, keine Fläschchen, keine Hütchen...) ging das Anlegen super, sie hat getrunken wie ein Profi und ich hatte EINEN Tag lang ein kleines bisschen wunde BW, weil sie da dauergenuckelt hat. Und dann wars gut.


    Zum akuten Behandeln kann ich auch nur Lanolin empfehlen, bei mir wars am besten in Verbindung mit Silikon-Stilleinlagen, damit hab ich im "Ruhezustand" nichts gespürt. Muttermilch war lange nicht so effektiv.
    Und ansonsten halt: Anlegetechnik überprüfen, Anlegetechnik überprüfen, Anlegetechnik überprüfen!

  • Hallo,


    ich noch mal mit Link :)


    Ja, oben wurde schon gesagt, dass Du mit jeder Warze stillen kannst, lass Dir bloss nicht Stillhütchen andrehen, die verursachen mehr Probleme, als das sie welche lösen! Was hatte ich zu kämpfen, um die wieder loszuwerden ...


    Hier der Link


    http://www.youtube.com/watch?v=89G62Ycfhqc


    Viele Grüße von Dreifachmama


    PS: Lege Dein Kind direkt nach der Entbindung an und danach möglichst oft, lass es bloss nicht stundenlang pennen. Es wird mehr Milch gebildet, wenn Du öfter anlegst, gerade am Anfang wichtig!

  • Hi!
    Nur ein Erfahrungswert:
    Mir ging es bis vor etwa 10 Wochen wie Dir.
    Nun sind meine Brüste alles andere als empfindlich. Also - keine Angst das verändert sich wieder. Ich kann sogar meine alten BHs wieder tragen. ;)

    The way we talk to our children becomes their inner voice. ~ Peggy O'Mara ~

  • Mir tat das Stillen die ersten Wochen enorm weh. Bei uns war das Problem, dass ich seh empfindliche Brustwarzen habe und meine Große enorm stark saugt. Sie hat die ersten Wochen alle 4 Stunden für höchstens 10 Minuten getrunken. 8I
    Meine Hebamme war ausgebiltete IBCLC-Beraterin und hat sich das Trinkverhalten mehrfach angesehen.
    Nach ein paar Wochen waren meine Brustwarzen abgehärtet. Aber in der Zeit habe ich echt mit Tränen in den Augen gestillt und angstvoll auf die Uhr gesehen, wann die 4 Stunden um sind und sie wieder will.

    LG
    Anid-Yonja #rose


    Früher war ich eingebildet. Heute weiß ich, dass ich schön bin.

  • Hallo Anid,


    bin zwar keine Stillberaterin und halte auch sehr viel von denen, aber in Deinem Fall hätte ich Dir geraten, dass Du es mal versuchst Dein Baby öfter anzulegen. Alle 4 Std. ist ja eh arg selten. Da hat Baby natürlich ordentlich Kohldampf, es wäre sicherlich schonender gewesen, wenn Baby öfter getrunken hätte. Fürs nächste Baby ;)


    Was ich Dir Fragerin noch sagen wollte: In den ersten Tagen kann es schon sein, dass die Brust vielleicht noch empfindlicher gg. Berührung usw. wird, dann, wenn der Milcheinschuss ist. Das ist aber nach ein paar Tagen vorbei! Und sollte es so sein, dann frag einfach wieder, da kann man sich auch behelfen.


    Grüße von Dreifachmama

  • Der 4 Stunden Rhythmus kam vom Kind. 8I
    Sie wollte einfach nicht häufiger. Da konnte ich anbieten wie ich wollte.
    Häufiger und nicht so doll wäre mir auch lieber gewesen.


    Edit: Ich glaube meine Hebamme hätte mir echt was gehustet, wenn ich nicht nach Bedarf gestillt hätte. #cool

    LG
    Anid-Yonja #rose


    Früher war ich eingebildet. Heute weiß ich, dass ich schön bin.

    Einmal editiert, zuletzt von Anid-Yonja ()

  • Lanolin war das was ich meinte, fiel mir nicht mehr ein.


    Das mit dem Krankenhaus hab ich nicht bedacht. Ich war in einem sehr sehr stillfreundlichen Krankenhaus. Es war auch als ein solches ausgezeichnet, aber das heißt ja nicht immer was.
    Mir haben verschiedene Schwestern auf der Wochenstation verschiedene Anlegetechniken gezeigt (jede hatte da so ihre eigenen Kniffe). Das fand ich gut da hatte man einiges an Anregungen (ich war wegen KS etwas länger da).
    Das Stillen selbst hat noch einige Zeit lang we getan bei mir (eher unagenehm, nicht mit Tränen in den Augen), aber irgendwann wurde es besser.


    Ich glaube zusammenfassen kann man den Rat in: Das Baby braucht in erster Linie Milch und Mama.
    Also nix an Zusatzflüssigkeit, keine Stillhütchen, Fläschchen, Schnuller. Dafür aber viel Nähe, Hautkontakt, am Besten im Beistellbettchen bei Mama schlafen.
    (Kann mand as so zusammenfassen?)


    Vielleicht gibts in Wien auch still- bzw babyfreundliche Krankenhäuser.


    Viele Grüße
    und vor allem viel Gelassenheit und Durchhaltevermögen :)

  • Mir ging es genau wie Anid-Yonja, und zwar bei beiden Kindern. War nix mit falscher Anlegetechnik meinerseits oder falscher Saugtechnik des Kindes, das haben sich etliche Hebammen und Stillberaterinnen angeschaut und konnten keinen Fehler finden (wir haben auch später nix an der Technik geändert). Bei besonders empfindlichen Brustwarzen hilft eben manchmal nur durchhalten. Ich bin froh, dass ich es getan habe, denn bei beiden Kindern wurde das Stillen noch wunderschön.

  • Meine Hebamme bei der Tochter war Spanierin und hat mir den Tipp gegen wunde BW gegeben: Olivenöl!! Hat super funktioniert. Ich hab natürlich ein Bio-Olivenöl genommen. ;)



    Hexen kann ich schon- Wunder dauern länger!!

  • Die ersten zwei Wochen hatte ich ziemliche Schmerzen beim Stillen. Danach war es etwa noch zwei bis drei weitere Wochen noch unangenehm. Und das nicht, weil meine BW wund waren. Sondern eben weil sie empfindlich waren. Mit der Zeit sind sie dann abgestumpft. Nun ist der Schlumpf 14 Monate alt und ich stille immer noch. Ganz ohne Schmerzen und sehr gerne. Meine Hebamme hatte sich die Anlegetechnik damals zeigen lassen und keinen Fehler festgestellt.

  • Wie schön, daß Du stillen möchtest!


    Auch mir hat bei allen 3 Kindern das Stillen anfangs sehr weh getan, aber das muß nicht sein! Manchen Müttern tut gar nichts weh. Aber ich finde, es ist wichtig zu wissen, daß es auch weh tun kann. Ich wußte das vor meinem ersten Kind nicht und war dann schon erst mal geschockt.


    Ganz wichtig finde ich, daß Du eine sehr gute Hebamme hast, die sich mit Stillen richtig gut auskennt.
    Mir hat bei meinem ersten Baby eine Stillgruppe sehr geholfen. (Ohne die hätte ich das Stillen wahrscheinlich aufgegeben; ich hatte eine miserable Hebamme.)


    Nur Mut, das wird schon.






    (Und falls es doch Probleme geben sollte, es lohnt sich, für das Stillen zu kämpfen! Ich hatte bei allen 3 Kindern anfangs Stillprobleme. Beim Großen hab ich alles mitgemacht - Fläschchen, Stillhütchen, abpumpen, Brusternährungsset. (Wie gesagt, schlechte Hebamme, schlechte Tips) Ich habe den Großen leider nur 1 Monat voll gestillt, bis er dann mit 6 Monaten den ersten Brei bekommen hat. Bei den anderen beiden hatte ich 1. eine sehr gute Hebamme und 2. wußte ich, was ich will und was ich nicht will, da haben wir das schneller in den Griff bekommen.


    Daß soll Dir jetzt keine Angst machen, im Gegenteil. Ich möchte Dich ermutigen, auch bei Schwierigkeiten am Traum des Stillens festzuhalten und zu kämpfen. Es lohnt sich!

    liebe Grüße
    adriela


    Gott trägt dein Bild in seiner Brieftasche. (Tony Campolo)