"Steig ein ich nehm dich mit nach Hause"

  • Hallo,


    mein Sohn (fast 8) durfte heute das erste mal von einer Klassenkameradin, die genau in die andere Richtung der Schule wohnt, alleine nach Hause gehen. Etwa 10-15 min Fussweg.
    Wir haben alles genau abgesprochen, wie er geht, wo er geht usw.
    Nun kommt es das auf dem Weg eine Nachbarin (auch 2 Kinder) anhält und fragt ob er mitfahren will.
    Er verneint mit den Worten: "Ich darf das nicht."


    Soweit so gut.
    Die Nachbarin war verwirrt und hat zu Hause gleich meinen Mann darauf angesprochen.


    Meine Meinung: Er hat sich absolut richtig verhalten ud ich bin sehr stolz, das er nicht eingestiegen ist. Zwar habe ich das heute nicht vorher thematisiert, aber vorher schon oft genug gesagt. Er darf in kein Auto steigen, wenn das nicht (mit mir/uns) abgesprochen ist.


    Mein sagt: er hätte doch eben mitfahren können, war aber wohl zu stolz das er allein gehen darf. Der Nachbarin kann er doch vertrauen. Allerdings nur mit Kindersitz. (das ist mir schon wieder zu viel aber)


    Ich würde gerne eure Meinung hören.
    Meine Meinung steht zwar fest und ich habe meinen Mann überzeugt, trotzdem würde ich gerne wissen, wie ihr denkt.

  • na klar, hat er alles richtig gemacht! super, da wär ich jetzt echt beruhigt(er), an deiner stelle #super

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Ich denke da genau so wie du: Solange es nicht abgesprochen ist, steigt mein Kind in kein Auto, auch nicht bei Bekannten/Freunden.

  • Du hast recht, ich wäre auch sehr stolz. Und vor allem grad WEIL es die Nachbarin war und er sie kennt. Da wäre doch die Versuchung sehr groß gewesen. :) Das hat er supergut gemacht!



    wauzi

  • Ja, er hat richtig reagiert.


    Wenn es nicht ausdrücklich abgesprochen ist, sollte ein Kind nirgendwo mitfahren, auch nicht bei Nachbarn, Patentante, Onkel...


    Anders wäre es, wenn er ein Handy hätte, und dich oder deinen Mann kurz fragen könnte.


    Die oberste Regel ist: die Eltern müssen IMMER wissen, wo sich das Kind befindet (zumindest in dem Alter) - so habe ich es im Präventionskurs von unserer Kripo "gelernt" und finde das auch nachvollziehbar.

  • Dein Sohn hat sich genau richtig verhalten! Du kannst stolz auf ihn sein und beruhigt, dass das so gut geklappt hat, obwohl du es direkt vorher nicht nochmal angesprochen hast. Lg, Andromeda

    Mama (04/76), Papa (10/66), Tochter (01/06), Sohn (02/09)

  • Er hat das ganz toll gemacht!!


    Ich würde aber der Nachbarin nochmal erklären warum er das nicht darf. Sonst denkt sie vielleicht, ihr hättet ihm verboten nur bei ihr persönlich nicht mitzufahren.

  • richtig hat er es gemacht, wenn es das war was du ihm beigebracht hast...entspannend fände ich das dennoch nicht, weil er damit keine unterscheidung gelernt hat...aber vielleich tist das auch noch zu früh?


    langfristig wäre es also wünschenswert, dass er zwischen eurer nachbarin und fremden u7nterscheiden lernt



    mein sohn wäre mit unserer nachbarin mitgefahren...ich habe ihm allerdings nie gesagt, dass er das nicht soll...nicht mit leuten die ich nicht kenne und niemals mit leuten wo er ein ungutes gefühl hat, dashabe ich ihm gesagt....



    lg doris

    • Offizieller Beitrag

    ich find es auch gut, dass er nicht eingestiegen ist.


    wenn es nicht abgesprochen ist, auch nicht bei den bekannten. kann mir schon vorstellen, dass man mit acht nicht in der lage ist bekanntschaftsgrad richtig einzuschätzen. den vater des nachbarkindes kennt ja mein kind theoretisch auch. aber wir kennen uns nicht gut. ich würde nicht wollen, dass er mitfährt.


    es ist auch wieder so eine situation, in der man sich überlegen kann, ob man die regeln ändern. bei person x und y darfst du auch ohne absprache mitfahren...

  • Ich finde auch, das er das gut gemacht hat.
    Kommt halt immer auch drauf an, wie gut man die Nachbarn kennt.
    Meine Kinder wäre ziemlich sicher eingestiegen, sie sind sich das einfach gewohnt, weil sie auch meistens von der Schule mit dem Auto von uns oder einer anderen Familie abgeholt werden. (manchmal kommt dann anstelle der anderen Mutter auch mal die Grossmutt, obwohl das nicht vorher kommuniziert wurde)......


    Aber die Nachbarin versteht sein Verhalten schon, oder?

    Grosser Sohn: Nov. 02
    Mittlere Tochter: Juni 05
    Kleine Tochter: Juni 09

  • Zitat

    Original von melone
    dobe: leider kennt aber die Mehrzahl der Mißbrauchsopfer den Täter. Daher ist es kein Schutz vor Mißbrauch, wenn Kinder nur nicht zu Fremden ins Auto steigen.


    Genau das ist der Grund, warum Kinder auch bei ihnen bekannten Personen nicht mitfahren sollen. Den netten Mann, der immer auf dem Spielplatz sitzt und die Kinder anguckt, den "kennt" man ja auch. Kinder in dem Alter können so etwas nicht unterscheiden.

  • Oh, so zahlreiche Antworten schon. :)


    Mein Sohn kennt die Nachbarin schon recht gut und ist auch schon bei ihr mitgefahren. Aber mir geht es tatsächlich auch darum das ich weiß wo er ist.


    Ich habe auch an die Situation gedacht, er ist vllt. schon etwas verspätet bei der Klassenkameradin los gekommen, auf dem Weg hat er lauter interessante Dinge entdeckt und ist somit später als vereinbart. Ich würde also losgehen um ihm entgegen zu gehen. Zu Fuß gehe ich aber anders als das Auto fahren kann, also würde ich ihn verpassen.
    Man muß ja nicht immer das schlimmste denken, mir würde das schon reichen.


    Schön das ihr auch so denkt :)

  • Ich finde es auch genau richtig wie er sich verhalten hat, kannst sehr stolz auf ihn sein. Mein erster Gedanke war "super, dann würde er auch nicht bei dem netten, männlichen Nachbarn einsteigen, den er vielleicht gut kennt.".
    Und deine Gedanken zu dem Thema kann ich auch total nachvollziehen, du weißt wo er ist und wenn du ihm entgegen gehst müsst ihr zwangsläufig aufeinander treffen. Hat er sehr gut gemacht.

    Die meisten Edits wegen der Autokorrektur vom Smartphone #pfeif

  • Zitat

    Original von dobe
    richtig hat er es gemacht, wenn es das war was du ihm beigebracht hast...entspannend fände ich das dennoch nicht, weil er damit keine unterscheidung gelernt hat...aber vielleich tist das auch noch zu früh?


    Ich seh mich mit meiner Meinung auch irgendwo hier. Meine Tochter wäre bei einem unserer Nachbarn sicher auch eingestiegen und ich hätte das auch ganz normal gefunden. Bei Fremden würde sie das nie tun.


    Und auch wenn es meist Freunde/Verwandte sind, die Kinder sexuell missbrauchen: Ich werde den Teufel tun und meinem Kind da irgendeine Paranoia einpflanzen. Unterm Strich sind es immer noch sehr sehr wenige Fälle, auf die Gesamtbevölkerung hin gesehen. Gute soziale Beziehungen und ein grundsätzliches Vertrauen in andere Menschen sind mir da wichtiger.


    Im übrigen hat mein Kind nein sagen gelernt: Sie würde vermutlich das ganze Dorf zusammenbrüllen, wenn jemand was tut, was sie nicht möchte - und das muss noch gar kein Missbrauch irgendwelcher Art sein ;)

    Wir müssen uns der Natur anpassen, und nicht die Natur uns. © S. Wache

  • Zitat

    Original von wauzi
    Du hast recht, ich wäre auch sehr stolz. Und vor allem grad WEIL es die Nachbarin war und er sie kennt. Da wäre doch die Versuchung sehr groß gewesen. :) Das hat er supergut gemacht!



    wauzi


    so siehts aus. (und, mal jetzt ganz allgemein gehalten, die bösen sind sehr oft bekannte, nicht unbedingt fremde....das wissen wir doch. :( )

    la da di da ....



    **** TEAM JACOB!!!!!!!!!!! ****



  • Wenn ich meinem Kind Vorgaben mache mit wem es ohne Absprache jederzeit mitfahren darf, gebe ich ihm Sicherheit. Das hat nichts mit "Paranoia einpflanzen" zu tun. Natürlich dürfen meine Kinder mt Nachbarn, Freunden usw. mitfahren, aber eben nach Absprache. Das ist das Entscheidende!


    Das ist schön, dass deine Tochter so stark ist. Es gibt auch Kinder, die gelernt haben, sich zu wehren, die ihre Grenzen kennen und sie einfordern aber in entscheidenden Momenten eben doch zum Opfer werden.


    Du sprichst von wenigen Fällen...die Dunkelziffer von sexuellem Mißbrauch an Kindern (ich habe die Zahl jetzt nicht im Kopf) empfinde ich als sehr hoch.

  • Zitat

    Original von cosmea
    Du sprichst von wenigen Fällen...die Dunkelziffer von sexuellem Mißbrauch an Kindern (ich habe die Zahl jetzt nicht im Kopf) empfinde ich als sehr hoch.


    Ich auch. Das sind aber keine Kinder, die ins Auto einsteigen, sonder Kindern, wo der Onkel/ältere Bruder/Vater ins Kinderbett kommt.


    Die überwiegenden Fälle sexuellen Missbrauchs finden in den FAMILIEN der Kinder statt.

    Wir müssen uns der Natur anpassen, und nicht die Natur uns. © S. Wache

    2 Mal editiert, zuletzt von -Sabine- ()