Kosten Bläserklasse

  • Hallo,


    bei uns an der Schule gibt es eine Bläserklasse, die ist für 3. und 4. Klässer.
    Seit zwei Jahren geht mein Sohn nun an diese Schule und bei jedem Konzert/Sommerfest wird "Werbung" dafür gemacht und gesagt, dass dann jeder mitmachen kann. Die Instrumente hat der Förderverein vor Jahren mal angeschafft.


    Nun halte ich das auch für eine tolle Sache und freute mich schon darauf. Mein Sohn hat eigentlich nicht so ein großes Interesse an Musik, wollte aber da immer mitmachen, weil ihm die Konzerte gut gefielen.


    Mein Sohn hat heute den Anmeldezettel dafür mitgebracht.
    Man muss sich für die ganzen beiden Schuljahre verpflichten (was ich verstehe) und der Spaß kostet 20 Euro im Monat.


    Da musste ich schon schlucken, ganz ehrlich. Seit der Einschulung wird den Kindern vermittelt, dass da jeder ohne Probleme mitmachen kann und da finde ich 20 Euro im Monat happig. Es gab nichtmal einen Hinweis auf dem Anmeldezettel für einkommensschwache Eltern, dass das irgendwie regelbar sei.


    Ich weiß, dass die Kinder für diesen Preis eine Menge geboten bekommen. Sie bekommen das Instrument geliehen und es gibt eine 3/4 Stunde Instrumentalunterricht in der Woche in Gruppen. Es geht mir also nciht darum, dass es das nicht wert sei.


    Und für uns sind zwanzig Euro machbar, das steht außer Frage, aber ich finde einfach, an einer öffentlichen Schule mit einem schwierigen Einzugsgebiet sollte so etwas nur stattfinden, wenn man es allen Schülern möglich machen kann. Und das sehe ich bei einer Belastung von 20 Euro im Monat nicht gegeben.


    Sehe ich das zu eng?
    Würdet Ihr das ohne mit der Winper zu zucken zahlen können?

  • mal auf die Schnelle: kann es sein, daß sich das "mitmachen können" auf die Zugangsvoraussetzungen bezieht? Also keine Vorkenntnisse nötig?

    LG H. mit J. (17,5) und S. (bald 12)

  • Dafür, dass es sich um eine Schul-AG handelt und die Gruppen wahrscheinlich ziemlich gross sind, finde ich das auch zu teuer. Selbst wenn es sich um Privatunterricht handeln würde, fände ich den Preis nur in einer Kleingruppe (z.B. 4 Schüler) angemessen. Und dann noch mit zweijähriger Verpflichtung puh.. Bei uns gibt es eine Chello-Gruppe, ich glaube, das kostet 5 Euro im Monat, maximal 10.


    Edit: Ich fände es interessant, wofür genau dieses Geld ausgegeben wird, würde vielleicht mal nachhaken.

    LG
    Berita


    "I'm now a member of an endangered species."

    Einmal editiert, zuletzt von berita ()

  • Vielleicht bekommen die Kinder, bei denen klar ist, dass das Geld dafür nicht reicht, einen anderen Zettel, wo drauf steht, dass der Förderverein oder wer auch immer unterstützen?

    Sabine mit #female (12.00) und #male (01.06) und #female (18.10.10)


    Ich bin katholisch -und das ist auch gut so! ;)

  • Zitat

    Original von SaJuMa
    Vielleicht bekommen die Kinder, bei denen klar ist, dass das Geld dafür nicht reicht, einen anderen Zettel, wo drauf steht, dass der Förderverein oder wer auch immer unterstützen?


    woher sollen die denn über unsere finanziellen verhältnisse bescheid wissen?

  • Nun ja, ich schätze, dass 20 Euro weit unter dem monatlichen Satz der örtlichen Musikschule (wo dann gewöhnlich die Leihgebühr fürs Instrument noch dazu kommt) liegen, insofern ist es schon ein relativ günstiges Angebot (evtl. sind da z.B. auch die Kopierkosten/Leihgebühren für Noten mit drin).


    Ich glaube nicht, dass die Schule über die finanziellen Verhältnisse der Eltern Bescheid weiß, wenn ein Kind damit Schwierigkeiten hat, kann bestimmt auf direkte Nachfrage was "geregelt" werden, sei es über den Förderverein oder sonstige "Töpfe".


    Ich nehme an, dass davon u.a. der Lehrer bezahlt wird, das wird wohl ein "Externer" sein.


    edit: Wobei es auch auf die Gruppengröße ankommt. Bei absoluten Anfängern fände ich ja alles über 10 Teilnehmer zu viel.

  • Zitat

    Original von Identität
    woher sollen die denn über unsere finanziellen verhältnisse bescheid wissen?


    Naja, die wissen doch auch, wer von den Zuzahlungen für Schulbücher befreit ist, Zuschüsse zu Klassenfahrten etc. bekommt...

    Sabine mit #female (12.00) und #male (01.06) und #female (18.10.10)


    Ich bin katholisch -und das ist auch gut so! ;)

  • Zitat

    Original von berita
    Dafür, dass es sich um eine Schul-AG handelt und die Gruppen wahrscheinlich ziemlich gross sind, finde ich das auch zu teuer. Selbst wenn es sich um Privatunterricht handeln würde, fände ich den Preis nur in einer Kleingruppe (z.B. 4 Schüler) angemessen. Und dann noch mit zweijähriger Verpflichtung puh.. Bei uns gibt es eine Chello-Gruppe, ich glaube, das kostet 5 Euro im Monat, maximal 10.


    das kommt wahrscheinlich drauf an, wie die Preise sonst so sind. Wir zahlen mehr als 20 Euro für 45min pro Woche, 3 Kinder-Gruppe. Instrument nicht incl.

    LG H. mit J. (17,5) und S. (bald 12)

  • Zitat

    Original von SaJuMa

    Zitat

    Original von Identität
    woher sollen die denn über unsere finanziellen verhältnisse bescheid wissen?


    Naja, die wissen doch auch, wer von den Zuzahlungen für Schulbücher befreit ist, Zuschüsse zu Klassenfahrten etc. bekommt...



    Nö. also wir bekommen die Lehrmittelgutscheine wegen zu geringem Gehalt meines Mannes.
    Und in der Schule weiß davon keiner. Woher denn auch?


    Auf dem Zettel zum letzten Schulausflug, der auch nicht gerade billig war stand übrigens drauf, dass man sich bei Problemen direkt an den Fördervein wenden kann oder an die Klassenleitung. Das müsste der Schule also auch nicht direkt bekannt sein, falls da Hilfe geflossen ist.

  • Zitat

    Original von asreileeth


    das kommt wahrscheinlich drauf an, wie die Preise sonst so sind. Wir zahlen mehr als 20 Euro für 45min pro Woche, 3 Kinder-Gruppe. Instrument nicht incl.


    Wobei ich nicht finde, dass man das Instrument einberechnen kann. Zum einen ist es nur geliehen, zum anderen wurde es von Elterngeldern gekauft, zumindest finanziert sich unser Förderverein so.


    An Kosten dürfte also eigentlich nur die Bezahlung des Kursleiters anfallen und wenn z.B. 10 Schüler in der Bläserklasse sind, dann wären das 200 Euro, das fände ich schon ziemlich viel.

    LG
    Berita


    "I'm now a member of an endangered species."

  • Zitat

    Original von berita
    An Kosten dürfte also eigentlich nur die Bezahlung des Kursleiters anfallen und wenn z.B. 10 Schüler in der Bläserklasse sind, dann wären das 200 Euro, das fände ich schon ziemlich viel.


    wobei wir nicht wissen, wie groß die Gruppen sind - vielleicht sind 10 Kinder, vielleicht wird aber auch in 4-5 Kinder unterteilt und getrennt unterrichtet. Vielleicht gibt´s noch zusätzlichen Musikunterricht im Rahmen der Schulzeit, vielleicht nicht. Vielleicht müssen die Notenhefte selbst angeschafft werden, vielleicht nicht. Vielleicht gibt´s Extrastunden vor der Veranstaltungen, vielleicht nicht.
    Solange man nichts genaueres weiß, kann man schlecht beurteilen, ob´s angemessen ist oder nicht. Und wenn man in einer Großstadt lebt, ist die Konkurrenz zwischen den Musikschulen evtl. höher als aufm platten Land, wo´s eh nur weit und breit max. zwei mögliche Lehrer pro Instrument gibt.

    LG H. mit J. (17,5) und S. (bald 12)

  • Zitat

    Original von berita
    An Kosten dürfte also eigentlich nur die Bezahlung des Kursleiters anfallen und wenn z.B. 10 Schüler in der Bläserklasse sind, dann wären das 200 Euro, das fände ich schon ziemlich viel.


    Das wären für eine Unterrichtsstunde 50 Euro. Wie groß die Gruppen sind, wissen wir nicht. Wenn es 5 Kinder pro Gruppe sind, wären das 25 Euro für den Dozenten.


    Frag doch bitte nach, wofür das Geld genau ist.

  • mir ging es jetzt aber weniger darum, wofür genau das geld da ist. instrument lernen ist einfach teuer.



    sondern darum, ob man das system so an einer öffentlichen schule anbieten kann. weil es ja für alle kinder zugänglich sein sollte und das ist es so meiner meinung nach nicht.


    es waren in den letzten klassen immer 30-35 schüler, die nach instrumenten aufgeteilt unterrichtet wurden. also alle 15 querflöten in einer gruppe und die zwei hörner auch in einer eigenen #augen
    aber wie gesagt, das was man für die 20 euro bekommt ist schon ok.

  • Ich finde den Betrag an sich nicht zu viel, wenn es sich da um richtige Musiklehrer handelt.


    ABER ich sehe es insofern ähnlich wie du, Identität, dass es ein Problem ist, dass eben doch nur die Schüler dorthin können, wo die Eltern es leisten können.
    Auch ich besuchte an meiner Schule früher AGs wo hin und wieder Kosten anfielen, prinzipiell ist es für mich also schon denkbar, dass auch in der Schule für bestimmte Angebote gezahlt werden muss.
    Allerdings sollte es dann vielleicht gleich von Beginn an so vermittelt werden "Für einen Unkostenbeitrag von 20,00 pro Monat haben alle Kinder die Möglichkeit, eine Bläserklasse zu besuchen" - dann ist es geich klar.
    Oder dass es ein festes Kontingent an Plätzen gibt, wo der Betrag eben übernommen wird.


    Also ich würde das schon nochmal ansprechen...

    We must accept finite disappointment, but never lose infinite hope.

    Martin Luther King, Jr.

    ———-

    ebura mit S (*04), E (*05) und #paket (12/21)

  • hallo,
    ich finde das geht noch...
    bei uns gibts diese bläserklasse in kl. 3+4 auch... leider wird einem erst NACH der anmeldung gesagt das man sich damit auch verpflichtet sein kind in der hiesigen musikschule anzumelden um dort ZUSÄTZLICH unterricht zu bekommen (kostenpunkt: 600 euro PRO JAHR!)


    ... es sind dann viele wieder abgesprungen weil sich das einige nicht leisten konnten.


    LG

  • doch, da sind die Kosten fürs Instrument mit drinnen. Die Instrumente müssen angeschafft werden, bevor sie verliehen werden. Und dann müssen sie überholt werden, wenn sie nach zwei Jahren zurück kommen, das kostet auch Geld. Ein Instrument in einem Laden zu leasen, ist sicherlich weit teuer.


    Allerdings fände ich es auch besser, wenn es für Bedürftige die Möglichkeit gäbe, dass z.B. der Schulverein das übernimmt. Kann man dafür nicht diesen Bildungsgutschein einsetzen, den es jetzt gibt?


    Mal ne andere Seite: hier soll es abgeschafft werden, um "keine Elite zu bilden". Damit ist auch niemand geholfen. Bezahlt werden müssen Lehrer und Instrumente nun mal. Und der Unterricht ist in kleinen Gruppen, 4 Schüler oder so.


    Ich sehe es eher so, dass es da die Chance gibt, ein Instrument weit günstiger zu lernen als in einer Musikschule.


    LG Alanna

  • .. bei uns gibts das auch, allerdings erst ab der 5. Klasse, und ich glaube, es kostet auch etwa 20 Euro im Monat... Auch staatliche Schule.


    Ich finde das nicht zu teuer; privater Unterricht und Ausleihen des Instrumentes würde sehr, sehr viel mehr Geld kosten. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen, vielleicht gibts da auch rechtliche Hintergründe, warum das Geld kostet? Die Unkosten werden damit ja auf keinen Fall gedeckt...


    edit: letztlich muss ja ganz viel bezahlt werden an staatlichen Schulen. Hier ist nächste Woche eine aufwendige Projektwoche, jede Familie muss 5 Euro dazuzahlen. Darüber kann man auch diskutieren, ebenso über die Klassenkasse mit etwa 40 Euro pro Jahr und Kind, aus der auch Hefte etc finanziert werden.


    Aber ich sehe das ökonomisch und betrachte die vielen tausend Euro, die jedes Kind in jedem Schuljahr das Bildungssystem "kostet", ich mag unsere Schule, und ich finde es völlig okay, in diesem Rahmen diese geringen Beiträge beizusteuern.


    Vielleicht bin ich aber auch einfach unkritisch und unreflektiert. #augen

    Grüße von Flickan


    ...dem Postmann mach ich nicht mal mehr im Bademantel auf, seit ich weiß, dass er für alle spioniert, die wissen wollen, was mich in meinem Leben so verdammt zufrieden macht (Element of Crime)

    Einmal editiert, zuletzt von Flickan ()