alleingeburt in deutschland strafbar?

  • liebes hebammenteam,


    ist eine alleingeburt oder unassisted childbirth in deutschland ein straftatbestand oder nicht? habt ihr eine rechtsquelle?


    danke #blume

    Einmal editiert, zuletzt von eulalie ()

  • Gehöre zwar nicht zum Team, antworte aber trotzdem mal. :)


    Wieso sollte UC an und für sich ein Straftatbestand sein? Niemand ist verpflichtet, eine Hebamme hinzuzuziehen (außer Ärzten ;) ). Es gibt ja zum Glück keine Vorschrift, wo und wie man sein Kind zur Welt bringen darf.
    Problematisch wird es nur, wenn etwas passieren sollte. Dann könnte/n die Mutter/die Eltern evtl. wegen fahrlässiger Körperverletzung/Tötung angeklagt werden. Dafür muss man ihnen aber erst mal die Planung nachweisen im Gegensatz zu "Ups, Kind kam so schnell, wir haben's nicht mehr geschafft". Und das dürfte sich unter Umständen schwierig gestalten, vor allem, da die meisten UCer es ja nicht jedermann und dessen Bruder auf die Nase binden, was sie vorhaben. #weissnicht

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • Ich könnte mir aber vorstellen, dass es in unserem Bürokratenstaat Probleme mit der Anmeldung des Kindes gibt. Von daher wäre es sicher sinnvoll, eine Hebamme zu suchen und die dann zu rufen, wenn das Kind da ist: "Das ging auf einmal so schnell.", die dann die Papiere für die Meldebehörde ausstellt. ...und dann muss Dir wirklich erstmal wer beweisen, dass das nicht geplant war.
    Katrin

  • Stimmt, das könnte sicher Probleme geben, da es ja nicht vorgesehen ist. #augen Und es ist ja auch extrem unüblich.

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • Ehrlich gesagt erwäge ich nach der letzten Geburt ernsthaft ne Alleingeburt.
    Kann ja hinterher behaupten das es so schnell ging...

  • Halli Hallo,


    vorab möchte ich mal sagen, daß ich natürlich Hausgeburten nicht per se "gefährlich" finde ( habe selbst zu Hause geboren ). Und ganz bestimmt sind viele Geburten ohne jegliches "Zutun" von außen, z.B. von Ärzten oder Hebammen möglich.


    ABER: Hausgeburten sind "deshalb" nicht gefährlicher als Klinikgeburten, weil in der Regel eine Hebamme anwesend ist, die zumindest die Situation der Geburt beurteilen und im Risikofall auch beeinflussen kann. Das geht schon damit los, daß zwar sehr viele, aber eben nicht alle Frauen bei der Geburt grundsätzlich zu Hause am besten aufgehoben sind, wenn beispielsweise ein SS-Risiko besteht.
    Und falls unter der Geburt Probleme auftreten, dann sollte man eben auch routiniert handeln können, damit die Geburt für Mutter und Kind gut vorangeht und endet.


    Frauen sollten nach Möglichkeit selbstbestimmt ihre Kinder gebären dürfen!!
    In einer Umgebung in der sie sich wohl und sicher fühlen - und falls es Frau damit besser geht, auch ohne "fremde Hilfe". Eine Hebamme kann schließlich völlig "tatenlos" in der Ecke sitzen - meist ist es ja völlig unerheblich, ob der MM nun gerade drei oder sechs cm geöffnet ist. Und viele Schwangere wissen ja am besten, was ihnen bei der Geburt gut tut und kommen gut alleine zurecht.

    DENNOCH erachte ich es als wichtig, daß eine "Fachfrau" zumindest greifbar ist, falls unvorhergesehenes passiert. Dann kann Frau doch ganz entspannt "ihr Ding machen" und weiß dennoch, daß Hilfe zur Stelle ist, falls sie gebraucht wird.


    Mich würde interessieren, welche Gründe für Euch für eine Alleingeburt sprechen?


    Lieben Gruß, Julia

    Die Art und Weise wie wir unsere Kinder auf dieser Welt begrüßen, zeigt, welche Hoffnungen und Wünsche wir für sie haben.

  • ach ja, wieder das thema alleingeburt.
    julia, dazu gibt es übrigens schon mehrere seitenlange threads im alten forum.
    carrie und gersemi, ich versteh nur nicht, warum man nicht dazu stehen kann, dass es eine geplante alleingeburt war, wenn "was schief geht", sondern dass man dann zu feige sein und plötzlich dumm tun und behaupten soll, dass "alles so schnell ging". das passt irgendwie nicht zusammen, finde ich.

  • @ Helena:
    Bei dem "das ging aber schnell" geht es nicht darum, dass etwas schief gegangen ist. Es gibt aber Ländern, in denen eine Alleingeburt verboten ist - ganz gleich wie sie ausgeht.
    Katrin

  • Nimm mich nicht so ernst :cool:
    Ich hab nur immer noch ne Wut auf die Hebamme und die anwesende Ärztin.
    (ambulante Geburt)
    Ich denk mal meine Nachbetreuungshebamme darf schon dabei sein :D

  • Zitat

    Original von Katrin
    @ Helena:
    Bei dem "das ging aber schnell" geht es nicht darum, dass etwas schief gegangen ist. Es gibt aber Ländern, in denen eine Alleingeburt verboten ist - ganz gleich wie sie ausgeht.
    Katrin


    Genau so meinte ich das

  • Zitat

    Original von Helena
    carrie und gersemi, ich versteh nur nicht, warum man nicht dazu stehen kann, dass es eine geplante alleingeburt war, wenn "was schief geht", sondern dass man dann zu feige sein und plötzlich dumm tun und behaupten soll, dass "alles so schnell ging". das passt irgendwie nicht zusammen, finde ich.


    Nun, erstens wird jeder verantwortungsbewusste UCer sich Hilfe suchen, wenn ihr etwas seltsam vorkommt.


    Zweitens - das hat einen ganz einfachen Grund (zumindest hier in D, sag ich jetzt mal). Egal wie gut man vorbereitet ist und wie viel man weiß, ein Gericht würde niemals anerkennen, dass man nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat, und es würde immer das Argument kommen, dass dem Kind im KH ja mit Sicherheit hätte geholfen werden können. Ob das jetzt stimmt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.
    Wie schon gesagt, UC ist "nicht vorgesehen", und Leute, die das mit Absicht tun, wirft man schnell vor, dass sie ja nur rumsitzen und nix tun, bis das Baby rausfällt. Dass UCer in der Regel extrem gut informiert sind und eben genau wissen, was in Problemsituationen zu tun ist (sei es jetzt, dass man sie zuhause behandeln kann oder dass sie eine Verlegung nötig machen). Aber das tut in diesen Diskussionen meistens ja leider nichts zur Sache.



    Zitat

    Original von Julia Sambale
    Das geht schon damit los, daß zwar sehr viele, aber eben nicht alle Frauen bei der Geburt grundsätzlich zu Hause am besten aufgehoben sind, wenn beispielsweise ein SS-Risiko besteht.


    Deswegen achten UCer so stark auf ihren Schwangerschaftsverlauf. Es gibt ja genug, die die Vorsorge bei einem Arzt oder einer Hebamme machen lassen, es gibt auch welche, die das selbst tun und z.B. nur für einen US zum Arzt gehen. Da gibt es ja unendlich viele Varianten.
    Und ganz ehrlich - die meisten Frauen haben doch keine Ahnung, was da bei der Vorsorge passiert. Der Mutterpass könnte genauso gut auf Chinesisch sein, da würden sie nicht mehr verstehen. Aber jemand, der alle 4 Wochen brav zur Vorsorge tapert und dafür selbst nicht mehr Ahnung hat, als in den gängigen Schwangerschaftsbegleitern steht, gilt dann als "verantwortungsbewußt". 8I


    Zitat

    Original von Julia Sambale
    Eine Hebamme kann schließlich völlig "tatenlos" in der Ecke sitzen


    Man muss aber erstmal eine finden/zur Verfügung haben, die dazu bereit ist. Und das dürfte auch hier in manchen Gegenden schwierig werden.
    Und welche Hebamme ist bereit, während der Schwangerschaftsbegleitung z.B. durchgehend auf vaginale Untersuchungen zu verzichten? Eine Frau zuhause zu begleiten, die US komplett ablehnt? 99,9% werden das schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht tun.



    Über meine Beweggründe schreibe ich später was, die auszuformulieren ist etwas schwierig.

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • Ich meine mal mitbekommen zu haben, das es bloß beim anmelden dann Probleme geben kann.


    Ich habe mit meiner Hebamme vorher schon besprochen, das ich mit mir und meinem "schmerz" am besten allein umgehen kann. Meine Hebamme war total verständnissvoll, sie hat mich alles allein machen lassen, so lang wie ich wollte. Kurz vor der Pressphase hat sie nur mit meiner Einverständniss einmal kurz nach den Herztönen gehört.


    Ich würde mir wohl eine verständnissvolle Hebamme suchen, die wirklich nur dann wenn ich will einrgreift!

  • moin #sonne


    meine frage hast du leider noch nicht beantwortet, julia. macht aber nix. selbst ist die frau, nicht nur beim gebären ;) mein kenntnisstand ist: es gibt keinen straftatbestand alleingeburt im stgb. damit ist die alleingeburt meiner meinung nach auch nicht strafbar.


    für hebammen kann es aber trotzdem zum konflikt kommen. einerseits die wünsche der gebärenden respektieren und nur auf "ansage" eingreifen und andererseits sind hebammen aber verpflichtet, bei komplikationen, die über das, was hebammen können und dürfen hinausgehen, müssen sie ärztliche hilfe hinzuziehen oder den fortgang geburt ganz den ärzten überlassen. viel erfahrung und fingerspitzengefühl verlangt so eine situation. wäre ich hebamme, ich würde keine frau betreuen wollen, die auf ihr selbstbestimmungsrecht pocht, egal, wie sich der geburtsverlauf entwickelt.

    Einmal editiert, zuletzt von eulalie ()

  • Zitat

    Original von eulalie
    wäre ich hebamme, ich würde keine frau betreuen wollen, die auf ihr selbstbestimmungsrecht pocht, egal, wie sich der geburtsverlauf entwickelt.


    Wer würde das denn auch bitte tun? #augen


    Klar gibt es auch Leute, die UC machen wollen, weil es "cool" ist oder was weiß ich. Aber das dürfte eine verschwindende Minderheit sein. Die große Masse der UCer hat erstens mehr Ahnung von eventuellen Komplikationen und ist zweitens Frau genug zu sagen, so, jetzt geht es nicht mehr, jetzt brauche ich Hilfe. Himmel, es geht hier doch um die Sicherheit unserer Kinder, das macht doch (so gut wie) niemand, um sich selbst zu beweihräuchern. #flop

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • Zitat

    Original von JeLeKi


    Ich würde mir wohl eine verständnissvolle Hebamme suchen, die wirklich nur dann wenn ich will einrgreift!


    ich beziehe mich auf solche aussagen, gersemi. da kann es doch durchaus sein, dass es meinungsverschiedenheit geben kann. einfach weil die situation unterschiedlich eingeschätzt wird. hat nix mit selbstbeweihräucherung zu tun.

  • warum möchtest du das denn wissen? Denkst du über so eine selbst nach?
    Falls dieses Thema interessiert, so weiß ich dass demnächst ein Buch zu Schwangerschaft und Geburt bei Bund für Gesundheit heraus kommt, das unter anderem auch sich mit solcehn auch rechtlichen Dingen befasst.


    Grundsätzlich kann dich aber keiner Belangen. wie soll dir denn jemand nachweisen, dass du es geplant hast? Woher sollst du denn wissen wann genau das Baby kommt? Als du die Hebamme anrufen wolltest, war das Kind eben schon fast da.


    Ich würde aber auf jeden Fall eine Hebamme nachher hinzu holen die dir die GEburt bescheinigt, sonst kriegst du nämlich Probleme beim Standesamt.


    LG
    Milli

  • eulalie, ich denke mal, JeLeKi's Aussage schließt wirklich offensichtlich lebensbedrohliche Situationen aus.
    Und viele andere Dinge sind ja einfach Ansichtssache. Die eine Hebamme würde bei grünem Fruchtwasser sofort verlegen, eine andere wartet vielleicht noch ab. Das kann man ja vorher alles absprechen (und sollte man ja sowieso).

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004

  • ich als hebamme (schade, dass ich keine bin ;) ) würde das absprechen, keine frage! aber ;) ich würde mir vorbehalten, die "regie" zu übernehmen, wenn ICH es für notwenig erachte. entweder vertraut mir dann die frau und sagt ok, oder sie lässt sich nicht darauf ein - okay, ihre entscheidung, aber ohne mich ;)

  • @milli


    das war eine frage aus purem interesse, ohne relevanz für meine persönliche vorliebe oder so ;)

  • Und das steht ja glücklicherweise jeder Hebamme frei. ;)
    Und trotzdem kann genau sowas eine Frau dann dazu bringen, eine UC zu machen - weil sie niemanden findet, der zu ihren Bedingungen mit ihr zusammenarbeiten will. #weissnicht

    Das Sams (05/2005) + Don Blech (01/2008 )



    mit dabei seit 6.9.2004